Advent, Advent – Wer hat’s verpennt?

Ihr denkt, wir sind zu früh dran? Papperlapapp! In neun Tagen ist schließlich schon der 1. Advent. Und zack: plötzlich ist Weihnachten! Das geht immer schneller als man denkt.

Deshalb haben Fräulein Vorlaut, Miss Betterknower und Mister Chris(tmas) alle Weihnachtsbegeisterten frühzeitig auf die bevorstehende Zeit eingestimmt. Und wie stimmt man am besten auf Weihnachten ein? Mit der Vorfreude! Und so gab es viele Tipps, wann man wo die meisten Geschenke absahnen kann.

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© Saad Hamza

Die beiden Madämchen starten ihre Weihnachtsweltreise am 5. Dezember in Belgien, reisen sofort nach der Bescherung in die Niederlande und dann wird Plätzchen gebacken, um sich die Zeit bis Heiligabend zu verkürzen. Am 24. Dezember startet die Bescherung um 12 Uhr mittags in Finnland, abends dann in Deutschland, Ungarn, Tschechien, Spanien, usw. (wobei man in Spanien ein sogenanntes Scheißerle* sehen kann) und um 24 Uhr werden in Mexiko die Geschenke verteilt. Miss Betterknower besteht auf ihre Bescherung am 1. Weihnachtstag in England, Herr Chris träumt von der Bescherung in der Silvesternacht auf Zypern und für den 7. Januar schlägt Fräulein Vorlaut noch einen Abstecher nach Russland vor.

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Hat man also einen guten Reiseplan, kann man ganz schön viele Geschenke bekommen und verschiedenste Weihnachtsbräuche kennenlernen. Schließlich kommt nicht überall auf der Welt das Christkind oder der Weihnachtsmann zum Einsatz, sondern unter anderem auch Yulemen (isländische Trolle), Tonttus (finnische Wichtel) oder Väterchen Frost (Russland).

Ihr seht: Andere Länder, andere Sitten. Doch letztendlich haben alle den gleichen Grund zu feiern: Und zwar die Geburt von Jesus Christus! Dieser Geburtstag ist bekanntermaßen auch ein guter Anlass, um gemeinsam zu singen. Und so schmetterten wir alle zusammen bekannte Weihnachtslieder. Von „Ihr Kinderlein, kommet“ über „Oh, Tannenbaum“ bis „Jingle Bells“ wurde lauthals mitgesungen.

Weihnachten kann kommen! Auf jeden Fall sind wir in bester Stimmung und super vorbereitet.

 

* Ja, ihr habt richtig gelesen: ein Scheißerle! So nennt man eine Figur, die sich im Umfeld der Geburt Jesu erleichtert und mit herunter gelassener Hose in der Hocke sitzt. Warum es diese Figur in die heilige Szenerie einer Krippe geschafft hat, ist nicht bekannt. Ist aber doch auch egal, wir finden es lustig 😉

Idee, Entwurf und … Wow!

Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie lange dauert es von der Idee bis zum Ergebnis? Was muss man gelernt haben, um Bühnenbilder entwickeln zu können? – Fragen über Fragen. Wir haben die Antworten 🙂

Vergangenen Montag fand unser Junger Opern Treff Aalto (kurz: JOTA) statt und wir konnten eine Menge über die Entstehung eines Bühnenbildes hören und sehen. Zu Gast war Andreas Schwark (seit dieser Spielzeit Produktionsleiter in der Ausstattung am Aalto-Theater), der uns anhand eines Bühnenmodells für die Oper „Hercules“, die im Jahre 2010 auf unserer Bühne Premiere gefeiert hat, viel Spannendes über seine Arbeit erzählen konnte. Und auch Marie-Helen konnte reichlich Hintergrundinformationen liefern, da sie selbst in „Hercules“ gesungen hat und somit das Bühnenbild in- und auswendig kennt. So konnten wir durch sie erfahren, dass einige Wände des Bühnenbildes aus einer vorherigen Oper übernommen und bearbeitet werden konnten. Das erkennt natürlich niemand mehr, ermöglicht dem Theater aber Geld zu sparen und eine pompöse Kulisse auf die Beine zu stellen.

Ist die Idee im Kopf, wird diese als Modell greif- und anschaubar gemacht:

Dann wird dieses Modell im Rahmen einer Bauprobe auf die Bühne gebracht. Hierbei geht es noch nicht darum, eine finale Szenerie zu haben, sondern vielmehr darum, dass die entworfene Kulisse ausprobiert wird: Ist die Idee umsetzbar? Wie kann Licht eingesetzt werden? Sind entworfene Details vielleicht zu groß oder unpassend? Muss beim Bau der massiven Kulisse was verändert werden? Schließlich ist ein Bühnenbild nicht einfach nur ein Bühnenbild, das den Hintergrund für eine Inszenierung formt, sondern ein künstlerischer Teil der gesamten Inszenierung.

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Sobald alles Geplante feststeht, geht das entsprechende Modell mit den passenden Konstruktionsplänen in die Werkstätten (Schreinerei, Schlosserei, Malerei, etc.) und dort wird dann gewerkelt und gebaut:

In den Hauptproben werden nicht nur Musik, Gesang und Beleuchtung unter die Lupe genommen, sondern auch das Bühnenbild. Bis kurz vor der Premiere sind im Notfall noch kleine Änderungen möglich, die die Werkstätten durchführen können. Bestenfalls kann dann aber schon alles so bleiben, wie es ist.

Und „schon“ ist ein Bühnenbild fertig!

Fakten im Überblick:

  • Von der Idee bis zur Premiere dauert es für gewöhnlich bis zu zwei Jahre.
  • Idee – Modell – Bauprobe – Werkstätten – Bühnenproben – Premiere
  • Teilweise können Materialien aus Bühnenbildern von bereits abgespielten Opern übernommen werden.
  • Ein Studium ist empfehlenswert, regemäßige Praktika ein Muss.
  • Das Bühnenbild ist nicht bloß ein schöner Hintergrund, sondern eine eigene künstlerische Arbeit.
  • Zeichnen, Pläne lesen und ein Verständnis von Technik sind erforderlich.

Türen, Türen, Türen

Wo musste ich nochmal hin? Welche Tür sollte ich nehmen? Die sehen doch alle gleich aus…

Direkt am ersten Tag meines Praktikums wurde mir klar: Im Aalto-Theater gibt es Türen über Türen. Zig Varianten von Türen und letztendlich sehen doch fast alle gleich aus, wenn man vor Ihnen steht.

Will man das Gebäude über den Bühneneingang betreten, muss man erstmal drei Glastüren passieren, um allein nur bis zu den aushängenden Probenplänen zu gelangen. Hinzu kommen all die langen und gleich aussehenden Flure mit grauen Türen. Diese Türen sind nicht einfach nur links und rechts an jeder Seite des Flurs, sondern gefühlt an allen Ecken und Enden:

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Lediglich die Kennzeichnung der Treppenhaustüren fällt farbig aus (grün, gelb, blau und lila). Außerdem handelt es sich bei diesen Türen um schwere und sehr massive Brandschutztüren.

Neben den „normalen“ Türen, gibt es auch Aufzugtüren. Auch hier wieder für jedes Treppenhaus ein Aufzug in entsprechender Farbe und zusätzlich zwei Lastenaufzüge. Der verhältnismäßig kleine Lastenaufzug kann bis zu 3.200 kg transportieren und verfügt über zwei (circa 2,50m hohe) Schwenktüren. Der große Lastenaufzug schafft es, ganze 22.000 kg zu transportieren und ist mit acht Meter hohen Türen ausgestattet. Das heißt, dass in diesen Aufzug ein gesamter LKW hineinpasst.

Doch nicht nur die Türen dieses Lastenaufzugs sind so hoch, sondern auch die Brandschutztüren, die beispielsweise ermöglichen, dass Kulissen auf schnellstem Wege auf die Bühne gebracht werden können. Wobei es insbesondere auf der Bühnenebene viele verschiedenartige Türen gibt: Normalgroße, Extrabreite, Extrahohe, Brandschutztüren…

Zwar sind die Türen im Backstage-Bereich zahlreich, doch im Vorderhaus sind sie besonders spannend. Dort gibt es nämlich sowohl doppelte Türgriffe an den Eingangstüren, damit auch die kleinsten Besucher die Türen eigenständig öffnen können, als auch Türen zum Zuschauerraum, die mit Pferdehaar bespannt sind.

Ist man nur kurz am Aalto-Theater ist es nahezu unmöglich sich bei all den Türen zurechtzufinden, wenn auch einige Wegweiser im Hause zu finden sind, an denen man sich entlanghangeln kann.

Wie viele Türen es wohl insgesamt im Aalto-Theater gibt? Auf diese Frage hatte niemand eine Antwort für mich… Vielleicht ist das auch eines der großen Geheimnisse des Hauses 😉

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Autor
Luca macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet von seinen Erlebnissen am Aalto-Theater.