Idee, Entwurf und … Wow!

Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie lange dauert es von der Idee bis zum Ergebnis? Was muss man gelernt haben, um Bühnenbilder entwickeln zu können? – Fragen über Fragen. Wir haben die Antworten 🙂

Vergangenen Montag fand unser Junger Opern Treff Aalto (kurz: JOTA) statt und wir konnten eine Menge über die Entstehung eines Bühnenbildes hören und sehen. Zu Gast war Andreas Schwark (seit dieser Spielzeit Produktionsleiter in der Ausstattung am Aalto-Theater), der uns anhand eines Bühnenmodells für die Oper „Hercules“, die im Jahre 2010 auf unserer Bühne Premiere gefeiert hat, viel Spannendes über seine Arbeit erzählen konnte. Und auch Marie-Helen konnte reichlich Hintergrundinformationen liefern, da sie selbst in „Hercules“ gesungen hat und somit das Bühnenbild in- und auswendig kennt. So konnten wir durch sie erfahren, dass einige Wände des Bühnenbildes aus einer vorherigen Oper übernommen und bearbeitet werden konnten. Das erkennt natürlich niemand mehr, ermöglicht dem Theater aber Geld zu sparen und eine pompöse Kulisse auf die Beine zu stellen.

Ist die Idee im Kopf, wird diese als Modell greif- und anschaubar gemacht:

Dann wird dieses Modell im Rahmen einer Bauprobe auf die Bühne gebracht. Hierbei geht es noch nicht darum, eine finale Szenerie zu haben, sondern vielmehr darum, dass die entworfene Kulisse ausprobiert wird: Ist die Idee umsetzbar? Wie kann Licht eingesetzt werden? Sind entworfene Details vielleicht zu groß oder unpassend? Muss beim Bau der massiven Kulisse was verändert werden? Schließlich ist ein Bühnenbild nicht einfach nur ein Bühnenbild, das den Hintergrund für eine Inszenierung formt, sondern ein künstlerischer Teil der gesamten Inszenierung.

herkules-bp-17

Sobald alles Geplante feststeht, geht das entsprechende Modell mit den passenden Konstruktionsplänen in die Werkstätten (Schreinerei, Schlosserei, Malerei, etc.) und dort wird dann gewerkelt und gebaut:

In den Hauptproben werden nicht nur Musik, Gesang und Beleuchtung unter die Lupe genommen, sondern auch das Bühnenbild. Bis kurz vor der Premiere sind im Notfall noch kleine Änderungen möglich, die die Werkstätten durchführen können. Bestenfalls kann dann aber schon alles so bleiben, wie es ist.

Und „schon“ ist ein Bühnenbild fertig!

Fakten im Überblick:

  • Von der Idee bis zur Premiere dauert es für gewöhnlich bis zu zwei Jahre.
  • Idee – Modell – Bauprobe – Werkstätten – Bühnenproben – Premiere
  • Teilweise können Materialien aus Bühnenbildern von bereits abgespielten Opern übernommen werden.
  • Ein Studium ist empfehlenswert, regemäßige Praktika ein Muss.
  • Das Bühnenbild ist nicht bloß ein schöner Hintergrund, sondern eine eigene künstlerische Arbeit.
  • Zeichnen, Pläne lesen und ein Verständnis von Technik sind erforderlich.

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