Jeanshose, Rock oder Ballkleid?

Zunächst einmal: Es gibt keine festen Regeln, was bei einem Theaterbesuch getragen werden muss! Jeder Zuschauer kann sich so (schick oder auch nicht schick) anziehen, wie er mag.

Einigen Leuten macht es bestimmt Spaß, sich speziell fürs Theater in Schale zu schmeißen und das schönste Kleid anzuziehen, sowie das glamouröseste Make-Up aufzutragen. Beim wöchentlichen Einkauf würde man schließlich doch schräg angeguckt werden, wenn man im Ballkleid in den Supermarkt geht 😉

Aber warum sollte man sich schick anziehen, wenn es im Zuschauerraum doch eh dunkel ist und niemand das ausgewählte Outfit sehen kann? Nun ja, es gibt schließlich immer noch Pausen und eine Zeit , bevor die Vorstellung beginnt. Da kann man sich im Foyer bei bester Beleuchtung den anderen Zuschauern zeigen.

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© Lukas Zander

Außerdem zeugt eine vornehme Kleiderwahl von Wertschätzung des Theaterbesuchs und von Würdigung der künstlerischen Arbeit; man zeigt, dass man die Vorstellung und die Kunst auf der Bühne ernst nimmt und das Ereignis für wichtiger hält als einen Fernsehabend auf dem Sofa.

Allerdings stellt sich noch die Frage, warum man für Theater-, Opern- und Ballettbesuche  das Bedürfnis hat sich „aufzuhübschen“, für Kinobesuche aber für gewöhnlich nicht. Schließlich könnten Theaterbesuche doch genauso alltäglich sein wie ein Abend im Kino. Vom Prinzip her ist es sehr ähnlich: Man kauft sich Karten, holt sich noch ein Getränk (und zusätzlich Popcorn) und setzt sich mit anderen Menschen gemeinsam in einen Zuschauerraum. So weit, so gut. Dann kommt es allerdings zum entscheidenden Unterschied zwischen Theater- und Kinobesuch. Im Theater ist alles live. Jede Vorstellung ist aufs Neue anders und die Künstler stehen wirklich vor einem und strengen sich für das Publikum an. Im Kino wird „lediglich“ ein Film gezeigt, der gedreht wurde und nun beliebig oft wiederholt werden kann. Da mir persönlich der Live-Charakter bei einem Kinobesuch fehlt, ziehe ich mich bei diesem genauso an, wie in der Schule. Wenn ich dann allerdings ins Theater gehe, achte ich schon auf eine halbwegs schicke Kleiderwahl.

Im Großen und Ganzen finde ich, dass es für einen Theaterbesuch angemessen ist, einen Rock mit einer Bluse oder eine Hose mit einem schicken Oberteil zu kombinieren und nicht einfach in einer Jogginghose mit Schlabbershirt aufzukreuzen. Und so scheinen es die meisten Besucher auch zu halten, wie diese Aufnahme aus dem Foyer verdeutlicht:

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© Lukas Zander

Letztendlich darf aber natürlich jeder für sich entscheiden, wie er sich für einen Abend im Theater kleidet.

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Autor
Felicitas ist regelmäßige Teilnehmerin von JOTA und von nun an auch Autorin im Rahmen dieses Blogs.

Neues Jahr, neuer JOTA-Termin!

Nächsten Montag treffen wir uns das erste Mal in 2017 und wollen zusammen mit euch in eine Probe von Rigoletto reinschnuppern. Ihr denkt, dass ihr Rigoletto nicht kennt? Wir wetten, dass ihr die Musik mit Sicherheit schonmal gehört habt. Aber dazu kommen wir am Montag 😉

Hier mal ein kleiner Tipp vorab, woher ihr einen kleinen Ausschnitt der Oper bereits kennen könntet:

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Zwar feiern wir erst nächste Woche Samstag Premiere, können aber vorher bereits einen Blick in die Klavierhauptprobe – kurz KHP – werfen. In dieser Probe wird das erste Mal die gesamte Ausstattung zusammengefügt und wird bestenfalls so aussehen, wie auch bei der Premiere: Beleuchtung, Kostüm, Maske, Requisite, und, und, und.

„KHP“ bedeutet übrigens, dass es keine Orchestermusik geben wird und die Sänger lediglich von einem Pianisten auf dem Flügel begleitet werden. Mit etwas „Glück“ (jedenfalls für uns) wird die Probe aber bestimmt mal unterbrochen und wir können sehen und hören, was der Regisseur sich anders vorstellt, wie die Sänger auf der Bühne arbeiten oder wie Umbauten ablaufen. In Klavierhauptproben gibt es nämlich manchmal noch Einiges, was verbessert wird.

Im Anschluss wollen wir uns mit euch zusammensetzen und Fragen beantworten sowie gesammelte Eindrücke besprechen. Kritikpunkten und Anmerkungen sind keine Grenzen gesetzt und wir können jegliche Beobachtung innerhalb unserer Gruppe diskutieren, wie beispielsweise: „Warum passiert dieses oder jenes?“, „Was macht er oder sie an dieser Stelle?“, „Das hat mir gefallen, was anderes wiederum überhaupt nicht.“ Wir reden einfach über alles, was euch in den Sinn kommt 🙂

Zur Einstimmung könnt ihr hier nochmal das Plakat sehen. Auch darüber können wir am Montag gemeinsam quatschen.

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Plakat zu Verdis Rigoletto im Aalto-Theater in der Inszenierung von Frank Hilbrich

 

Macht euch auf was gefasst!

Wir freuen uns schon!