Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt…

… oder vielmehr: Hexe Kleinlaut und Fräulein Vorlaut kommen, und zwar mit dem Kinderprogramm „Zollverein – Die schönste Zeche der Welt“. Ausgerüstet mit Schutzbrille und Taschenlampe bahnen sie sich einen Weg zwischen den jungen Zuschauern hindurch, um die Bühne zu erreichen, die wie eine Mischung aus Oma Trudes Wohnzimmer und einem Lager für Bergbau-Ausstattung aussieht.

2018 wird mit der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop die letzte Zeche im Ruhgebiet geschlossen, auf Zeche Zollverein war schon 1986 Schicht im Schacht. Das hat die TUP zum Anlass genommen, die Festwoche KUNST⁵ unter das Motto „HeimArt“ zu stellen. Und auch Fräulein Vorlaut (im Aalto-Theater) und Hexe Kleinlaut (auf dem Welterbe Zollverein) haben sich mit dem Thema „Zeche und Kohle“ auseinandergesetzt.

Fräulein Vorlaut und Hexe Kleinlaut sprechen mit ihren Zuschauern – im Grundschul- und Kindergartenalter – über die Entstehung von Kohle, über die Werkzeuge der Bergleute und die Bergmannssprache, die oft als „hart aber herzlich“ bezeichnet wird. So gibt es den sogenannten „Weiberarsch“, eine Kohlenschüppe, die eine entsprechende Form aufweist…

28460410_1583445395064499_121586241_o

Der „Weiberarsch“ war auch bei Nachbesprechungen in der Schule ein Thema

Es wurde aber auch über viele weitere typische Begriffe aus dem Ruhrgebiet gesprochen: Wisst ihr, was „Kokolores“ ist? Oder was es bedeutet, wenn viel „Tinnef“ herumsteht, es draußen „dröppelt“ und die Kinder ständig „gibbeln“? (Auflösung siehe unten)

Dass es jetzt unter uns wie ein Schweizer Käse aussieht, haben wir den Bergleuten zu verdanken, die jahrzehntelang das Ruhrgebiet auf der Suche nach Kohle ausgehöhlt haben. Aber wie wurde die Kohle überhaupt entdeckt? Hier eine Kurzfassung des Märchens „Schweinehirt Jörgen entdeckt die Kohle“, das Hexe Kleinlaut und Fräulein Vorlaut zum Besten gegeben haben:

Es war einmal an einem Winterabend vor langer Zeit. Jörgen hatte den ganzen Tag über Schweine gehütet und wollte nun eine Kuhle graben, um darin Brennholz zu entzünden. Da sah er, dass eines der Schweine schon ein Loch gewühlt hatte, also entzündete er dort ein Feuer. Nach der Mahlzeit kroch er unter seine Decke und schlief ein.

Als Jörgen am Morgen erwachte, staunte er nicht wenig: die schwarzen Steine, auf denen er das Feuer entzündet hatte, glühten und funkelten in den schönsten Farben und gaben Wärme ab. Er konnte es kaum fassen und hielt diese seltsamen schwarzen Steine für verhexte Zaubersteine; daher verließ er mit seiner Schweineherde eilig diesen unheimlichen Ort.

Am nächsten Tag jedoch geschah das gleiche, wieder fand er morgens glühende Steine auf seiner Feuerstelle. Nun war Jörgen nicht mehr so ängstlich, nahm ein paar der Steine mit ins Dorf und berichtete den staunenden Leuten von seiner Entdeckung. Diese wollten nun ebenfalls solche Wundersteine besitzen, Jörgen zeigte ihnen die Stellen, und die Leute sammelten sie auf und nahmen sie mit nach Hause. Dort erfreuten sie sich an den wärmenden Zaubersteinen, mit denen sie vortrefflich heizen konnten.

 Und natürlich wurde für und mit den Kindern gesungen! Passend zum Thema gibt es eine – von Marie-Helen Joël und Heribert Feckler – komponierte „Zollverein-Hymne“. Zu den Liedzeilen „Wir sind Feuer und Flamme für immer – Kumpel wollen wir sein – Die schönste Zeche auf Erden – bleibt immer Zollverein!“ kann kräftig mitgeschunkelt werden und bei dem Lied „Es geht weiter“ wird ein Blick auf die Zukunft des Ruhrgebiets geworfen. Denn: „Den Blick nach vorn, den hab’n wir nie verlor’n“ 😉

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Lösung zum Wort-Quiz: Kokolores = Unsinn, Tinnef = unnützer Kleinkram, dröppeln = leichter Regen, gibbeln = kichern

__________________________________________________________________

Autor

Jana studiert Musikpädagogik und hat in ihren Semesterferien ein vierwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik gemacht. Hier schreibt sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen.