Eine (triefend-sentimentale, Anm. der Red.) Liebeserklärung ans Theater!

Dass das Theater ein fabelhaft-aufregender Ort ist, ist tagtäglich bewusst. Wo sonst findet sich so viel Kreativität, Organisationstalent und Handwerkskunst auf so engem Raum? Von morgens bis spätabends sind zahlreiche Leute im Haus: Sänger, Tänzer, Techniker, Maskenbildner, Requisiteure und so weiter und so fort. In Büros, in kleinen Proberäumen oder im angrenzenden Stadtgarten kann man in Ruhe arbeiten oder mal abschalten. Wer mag, kann aber auch den lieben langen Tag mit Kollegen im Austausch stehen.

Und dann werden mir mitten in der Spielzeit zwei Weisheitszähne gezogen und ich bin gezwungen zu Hause auf dem Sofa zu sitzen. Und wo könnte man mehr Zeit zum Nachdenken finden, wenn nicht mit Schmerztabletten auf dem Sofa? Viele würden jetzt sagen: „Sei doch froh, mal ein paar Tage nicht zur Arbeit zu müssen.“ Aber ich gehe ja nicht einfach zur Arbeit. Ich gehe ins Theater. Das Theater kein Ort, an dem ich meinem „9 to 5“-Job nachgehe, sondern der Ort, auf den ich mich schon beim Aufwachen freuen kann. Es ist einfach ein großer Vorteil, wenn man seine Leidenschaft zum Beruf machen kann. Nicht einfach einen Job zu machen, um Geld zu verdienen, sondern (wow, es trieft hier förmlich von Idealismus , Anm. d. Red.) um das mit Begeisterung zu tun, was einem wirklich gefällt.

Die Aufgaben an sich sind nicht das Einzige, das dem Theaterleben die besondere Atmosphäre verleiht. Es sind die kleinen Dinge, die nebenher geschehen: Singende Kollegen im Aufzug, das Üben der Musiker, das man im Vorbeigehen hört oder die Mithöranlage im Büro, die einen das Geschehen auf der Bühne mit den Ohren beobachten lässt.

Tja, wenn man dann mal ein paar Tage krank zu Hause verbringt, merkt man noch mehr, was das Theater für einen bedeutet, weil es einfach viel mehr ist, als bloß ein Arbeitsplatz. (Was für ein Süßholzgeraspel!, Anm. d. Red.)

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…Gut, dass ich heute wieder hier sein kann. Zu Hause rumsitzen scheint einen schon fast gruselig-sentimental werden zu lassen …  Endlich kann ich wieder über die langen Wartezeiten am Aufzug schimpfen, mir Bastelprojekte überlegen, mich mit den Kollegen austauschen, der Musik über die Mithöranlage folgen und den Menschengruppen im Park beim Grillen zusehen.

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