JOTA Spezial 2018

Konnichiwa! Was für ein spannender und kreativer Workshop-Tag unter dem Motto „Japan“!

Es wurde gebastelt, gemalt, geschminkt, gesungen, getanzt, geschreinert und inszeniert. Herausgekommen sind fabelhafte Bilder, Kimonos, japanische Masken, Schmetterlings-Installationen, ein Paravent, ein Tanz und ein inszenierter Einblick in die japanische Kultur.

Um 12 Uhr ging es los und alle Teilnehmer sind in ihre jeweiligen Workshops abgetaucht. In der Rüstmeisterei wurden Schmetterlingsinstallationen vorbereitet, im Ballettsaal wurde ein japanischer Tanz einstudiert, auf unserer großen Probebühne wurde nach japanischer Kunst gemalt und drei Etagen unter der Erde fanden der Regie- und Gesangworkshop ihren Arbeitsplatz auf einer weiteren Probebühne. Der Masken-Workshop bemalte Masken, die Teilnehmer konnten sich als Geisha schminken lassen und es wurden blutig aussehende Wunden erstellt. In der Schreinerei wurde an einem Paravent gewerkelt und in der Kostümabteilung wurden Happi (traditionelle japanische Jacken) gestaltet.

Anders als in den vergangen Jahren gab es am Ende des Tages keine einzelnen Präsentationen der Workshops im Foyer, sondern eine „große“ Gesamtshow. Den Zuschauern wurden japanische Traditionen – wie beispielsweise eine Teezeremonie, die Nationalhymne Japans und ein Tanz zu japanischer Musik präsentiert. Die Darsteller auf der Bühne trugen die vorbereiteten Happi des Kostüm-Workshops und der Paravent der Schreinerei, die gemalten Bilder und Schmetterlingsinstallationen peppten das Bühnenbild auf. Und auch das Publikum wurde bei einem Mitmach-Song eingebunden.

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Ein herrlicher Tag mit hunderten kreativen Ideen! Wir freuen uns jetzt schon auf JOTA Spezial im nächsten Jahr, wenn es rund ums Thema „Wasser“ geht 🙂

Wer danach immer noch nicht genug von Japan hatte, besuchte im Anschluss an den Workshop-Tag JOTA Spezial die Vorstellung von „Madama Butterfly“.

Die Wiederaufnahme der Zaubertröte: Wie man eine vorlaute Oper auf die Bühne bringt

Vor hunderten Zuschauern auf einer riesigen Bühne werden im Aalto Theater unter anderem große Opern und Ballettklassiker gespielt. Aber auch eigene Stücke werden hier produziert. So steht auf dem Spielplan zwischen Schwanensee und Troubadour „Die Zaubertröte“, ein Stück das in diesem Haus selbst geschrieben wurde.

In dem Stück, dass 2013 Premiere feierte und jetzt wiederaufgenommen wird, findet sich der mutige Jüngling Tamino aus der Oper „Die Zauberflöte“ in dem Kostümfundus des Aalto-Theaters wieder. Dort wird er erstmal von Fräulein Vorlaut und Miss Betterknower unter die Lupe genommen. Auch ein Maskenbildner und ein Hausmeister kommen dazu. Alle gemeinsam hinterfragen sie die Geschichte von Mozarts Oper, ihren Helden und warum sich Taminos Zauberflöte eher anhört wie eine Zaubertröte.

In der Zeit meines Praktikums an diesem Haus konnte ich bei einigen Proben und der Wiederaufnahme des Stückes dabei sein. In der Woche vor der Vorstellung waren schon ein paar Einzelproben von Tamino und Fräulein Vorlaut, die gemeinsam Taminos Text durchgegangen sind. Doch die wirklichen Proben gingen erst in der Woche der Aufführung los:

MONTAG:

11:00-13:00 Uhr: Lese- und Gesangsprobe, Probebühne 1. Die Besetzung der Zaubertröte ist gemeinsam vor dem Klavier der Probebühne versammelt und geht gemeinsam die Arien, Songs und anderen Gesangseinlagen des Stückes durch. Darauf folgt die Leseprobe auf der Terrasse. Wenn man sich diese anguckt, so wird schon eher klar, wie die Figuren und Szenen aufgebaut sind und worum es in dem Stück überhaupt geht.

13:00-17:30 Uhr: Beleuchtungsprobe. Für die Beleuchtungsprobe ist das Bühnenbild größtenteils aufgebaut, ab jetzt wird nämlich auf der richtigen Bühne gearbeitet. Bei der Beleuchtungsprobe wird bei jeder Stimmung überprüft, ob das Licht von der früheren Vorstellung noch passt, zum Beispiel muss eine Tür die auf der Bühne steht richtig angestrahlt werden. Bei dieser Probe war zuerst nur die Technik und dann auch Marie-Helen Joël als Regisseurin anwesend. Dabei durfte ich als Beleuchtungsstatist auf die Bühne, denn die richtigen Darsteller sind bei dieser Probe nicht dabei.

18:00-20:30 Uhr: Bühnenprobe. Bei diesem Durchlauf wird immer wieder unterbrochen um noch zu klären wer sich wann genau an welchem Ort aufhält. Anstatt der ganzen Band wird nur mit Klavier geprobt und auch Kostüme werden nicht vollständig angezogen. Insgesamt zeigt sich, dass an manchen Stellen noch etwas fehlt, wie Textsicherheit oder Timing, aber das meiste geht schon. Für mich wird der Inhalt des Stückes immer klarer.

DIENSTAG:

10:00-13:30 Uhr: Bühnenprobe. Noch einmal wird das Stück wie am Vortag durchgegangen. Immer noch ohne Kostüme, dafür mit Band. Angefangen wird mit einem Soundcheck, also werden erst einmal die einzelnen Lieder aus dem Stück gespielt. Dabei stellt die Tontechnik die Lautstärke der Sänger und der Band so ein, dass sie für den Zuschauer in der richtigen Balance zu hören sind. Nach dem Soundcheck gibt es noch einen Durchlauf des Stückes. Das Stück läuft immer besser, aber einen Tag später um diese Zeit ist auch schon die Aufführung.

15:00-17:00 Uhr: Beleuchtungsprobe. Es werden noch einmal Effekte getestet und einzelne Stimmungen mit den Erfahrungen der letzten Proben optimiert. Damit wird alles bereit gemacht für die Generalprobe.

18:00-20:30 Uhr: Generalprobe. Der letzte Durchlauf vor der Aufführung. Einige Verbesserungen wurden vorher noch einmal besprochen und die letzten Macken werden nach der Generalprobe noch ausgebeult. Alle fühlen sich bereit für Mittwoch.

MITTWOCH:

11:00 Uhr: Wiederaufnahme. Alle verfügbaren Plätze sind besetzt. 600 Grundschüler warten auf die Aufführung der Zaubertröte. Und dann geht es los: Erst die Ouvertüre, dann kommt Tamino, der aus der Versenkung hochgefahren wird. Das Stück läuft, und es läuft gut. Die Witze funktionieren und die jungen Zuschauer kommen mit der komplexen Handlung der Zauberflöte zurecht, die in dem Stück erklärt wird und sind begeistert. Am Ende gibt es sogar noch eine Zugabe!

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Autor

Nicolas absolviert ein vierwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet von seinen Erlebnissen am Aalto-Theater.