Hänsel ohne Hexe? – Märchenhafte Opernwelt

Endlich wieder JOTA! Vor dreieinhalb Wochen sind wir bereits aus den Spielzeitferien zurückgekehrt aber bis zum ersten Jugendtreff mussten wir noch bis gestern warten.

Nachdem wir bereits ein paar Requisiten und das Bühnenmodell der anstehenden „Hänsel und Gretel“-Premiere bereitgestellt hatten, konnten wir circa 20 Personen in Empfang nehmen, mit denen wir über die Neuinszenierung der Märchenoper sprechen wollten. Und das haben wir auch getan 🙂

Wir haben einen kleinen Einblick in die Handlung der Oper gegeben – die ist nämlich ein wenig anders, als wir alle es aus dem Grimm‘schen Märchen kennen. Die Mutter ist in der Oper nicht böse und möchte die Geschwister loswerden, sondern vielmehr gestresst. Sie schickt die Kinder lediglich in den Wald, damit sie ein paar Erdbeeren pflücken und zum Abendbrot wieder zurück sind. Außerdem gibt es in der Oper noch zusätzliche Wesen, wie das Sandmännchen, Taumännchen und einige Engel. Und am Ende der Geschichte, werden Hänsel und Gretel nicht reich, sondern retten viele andere Kinder, die von der Hexe bereits zuvor gefangen genommen worden sind.

Richtig spannend wurde es gestern aber erst, als sich jeder überlegen sollte, wie er (oder sie) sich eine Hexe vorstellt: Muss die Hexe einen krummen Rücken und eine Hakennase haben? Muss die Hexe alt sein? Muss die Hexe überhaupt eine Frau sein? – Und das Hexenhaus: Ist es groß oder klein? Ist es wirklich aus Lebkuchen gebaut oder handelt es sich vielleicht um ein modernes Einfamilienhaus? – Wie muss der Wald aussehen: Ist es ein Laubwald? Oder müsste es Nadelgehölz sein? Gehört Nebel dazu? … Fragen über Fragen! Wir haben gemeinsam diskutiert und festgestellt: Es gibt wohl kein allgemeingültiges Gesetz, wie die Hexe auf der Opernbühne aussehen muss. Quasi alles ist möglich, solange es sich dramaturgisch erklären lässt und ein bestehendes Gesamtkonzept nicht sprengt.

Weg von Theorie, hin zur Praxis! Nach der Diskussion haben wir uns gemeinsam das Bühnenmodell für die anstehende Produktion von „Hänsel und Gretel“ angeschaut. Unsere Teilnehmer des Jugendtreffs hatten Glück und durften schon einen exklusiven Blick auf das Bühnenbild werfen, welches ansonsten natürlich noch bis zur Premiere streng geheim bleibt 😉

Zu guter Letzt sind wir noch in die Tiefen des Aalto-Theaters vorgedrungen und haben uns einige Bühnenteile im Kulissenlager angesehen. Das war richtig interessant: Von der Idee zum konkreten Bühnenteil, das in nur wenigen Wochen auf der Bühne stehen wird!

Beim nächsten JOTA-Termin am 20. November dürfen wir dann den Beruf des Maskenbildners kennenlernen. Es wird spannend! 🙂

„So jung kommen wir nicht mehr zusammen“

Was für ein fabelhaftes Wochenende! Wir haben den 125. Geburtstag des Grillo-Theaters gefeiert.

Zuvor haben wir die ganze Woche über gezittert und gebangt, ob das Wetter mitspielen oder uns im Stich lassen würde. Und dann kam der lang erwartete Samstag:  Sonnenschein und angenehme Temperaturen!

Es wurde gesungen, getanzt, musiziert, gerätselt, gestaunt und gelacht 🙂

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Wie wird man eigentlich Fräulein Vorlaut, Marie-Helen Joël?

Nicht nur den Stadtgarten hat sie von ihrem Büro in der sechsten Etage des Aalto-Theaters gut im Blick. Auch weiß sie immer, wie man die Menschen begeistern kann – egal welche Oper und welche Altersklasse es betrifft. Marie-Helen Joël, seit der Spielzeit 1993/1994 als Sängerin an der Essener Bühne engagiert, ist seit 2011 zugleich auch die Leiterin der Theaterpädagogik. Nach den erfolgreichen Jugendprogrammen wie „Rockin’ the stage“ und dem Familienmusical “Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ inszeniert die gebürtige Aachenerin in der kommenden Spielzeit die Oper ”Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, in der sie auch selbst als Mutter zu sehen sein wird. Nicht nur in diese Rolle schlüpft die verwandlungsfähige Sängerin und Theaterpädagogin – auch Fräulein Vorlaut und Hexe Kleinlaut, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Welt der Opern in eigenen Formaten näher bringen, stecken in ihr drin. Wie kommt man zu einem so vielfältigen Job? Johanna Renner hat während ihres zweiwöchigen Schülerpraktikums bei Marie-Helen Joël nachgefragt. 

MH und Johanna

Marie-Helen und Johanna im Büro der Theaterpädagogik

Frau Joël, Sie singen, Sie schauspielern, Sie konzipieren, Sie organisieren, Sie lehren – wie kommt man zu einem so abwechslungsreichen Job im Theater?

Ich habe erst Schulmusik gemacht, weil ich immer schon gerne mit Menschen zusammen gearbeitet oder mich ausgetauscht habe. Bei dem Schulmusikstudium habe ich dann gemerkt, dass ich sehr gut singen kann. Ich habe mich dann entschlossen, noch ein Aufbaustudium für Gesang nach dem Abschluss des Schulmusikstudiums anzuhängen. Nach dem Studium habe ich dann zunächst zwei Jahre musikalische Früherziehung mit Kindern gemacht, dann aber eine Stelle an der Oper in Bonn bekommen. Dort hab ich dann wirklich erst nur als Sängerin gearbeitet. Ich hatte mich damals bewusst gegen den Schuldienst entschieden und wollte in diesen pädagogischen Bereich auch erst mal nicht mehr rein. Als ich dann ziemlich viel im Solobereich gemacht habe, auch hier in Essen später, habe ich aber gemerkt, dass ich irgendwie wieder den Weg zurück und mit Menschen gerne Sachen erarbeiten und ihnen Musik vermitteln möchte. Und so bin ich dann eben auf die Idee gekommen: In der Musikhochschule in Detmold gibt es einen Masterstudiengang für Musikvermittlung und Konzertpädagogik – und dann habe ich das studiert und den Master gemacht.

Und wie sind Sie dann nach Essen gekommen?

Es kam in der Zeit dann gerade genau aus, dass hier in Essen eine Stelle als Theaterpädagoge am Aalto-Theater frei wurde – die Chance habe ich dann genutzt. Jetzt bin eben in einer Doppelfunktion als Sängerin und Theaterpädagogin hier im Haus tätig. Und das ist eigentlich das Tolle: Ich musste mich nicht entscheiden, ob ich lieber singe oder lieber Theaterpädagogin bin – ich darf jetzt beides machen.

Was sind denn so die Aufgaben eines Theaterpädagogen?

Oh (muss lachen), die sind wirklich sehr vielfältig. Man kann sie sich ein bisschen selber definieren. Die Grundaufgabe eines Theaterpädagogen ist natürlich die Kunstform, in unserem Fall der Oper, zu vermitteln – egal ob Kindern, Erwachsenen oder Jugendlichen. Einfach den Zugang zu vermitteln: Welche Geschichte erzählt die Oper, was hat der Komponist sich dabei gedacht, in welcher Zeit ist sie entstanden – all solche Dinge. Hier in unserer Abteilung machen wir das in der Form, dass wir sehr viele Konzerte anbieten für unterschiedliche Altersklassen. Das haben wir unterschiedlich gestaffelt: für 3-6-Jährige, für 6-10-Jährige und für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Auch für Erwachsene haben wir einige Angebote:  Da gibt es manchmal die Konzertform und manchmal mehr so eine Art Gesprächsrunde. Wir haben da verschiedene Formate.

Und was macht am meisten Spaß davon?

Das ist eine gute Frage…kann ich eigentlich gar nicht sagen. Mir macht alles Spaß, vor allem in dem Moment wo ich in einem Projekt drin stecke. Vorher denke ich oft: „Oh, noch die ganze Arbeit“, aber wenn ich es dann mache, ist es eigentlich immer super. Das hab ich nur ganz selten, dass mir da etwas nicht gefällt.

Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut, die von ihrer Kollegin Christina Clark und Ihnen verkörpert werden, sind am Aalto-Theater ja längst feste Größen. Wie kam die Idee zu diesen beiden Figuren zustande?

Vor bestimmt 10 Jahren haben Christina Clark und ich zwei Hexen erfunden: die Hexe Kleinlaut und ihre Freundin Crizzy. Das war für 3-6-Jährige, wobei wir kleine Opernformate gemacht haben. Dann haben wir festgestellt, dass das bei den Kindern super ankommt und gedacht: Ok, wir brauchen noch Figuren für die älteren Kinder. Da wollten wir nicht bei den Hexen bleiben, sondern haben uns entschieden, zwei neue Figuren zu entwickeln – und ich denke mal, die Rollen von Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut sind uns auch „auf den Leib geschnitten“. Fräulein Vorlaut ist so eine besserwisserische Lehrerin, die immer Vorträge hält, und Miss Betterknower ist so eine elegante englische „Schnepfe“, die meint, sie wüsste alles besser. Ihre Qualitäten liegen aber mehr so im Bereich Mode und Anekdoten, während Fräulein Vorlaut den wissenschaftlichen Aspekt in alle Sachen reinbringt. Mit den beiden haben wir sehr viele Konzerte für Grundschüler erfunden und haben dann von Erwachsenen die Anfrage bekommen, ob wir nicht mit diesen Figuren auch etwas für die ältere Zielgruppe machen können. So ist die Idee entstanden „It’s Teatime“ anzubieten – ein sehr gut angenommenes Format, mit dem wir Freitagsnachmittags vor Premieren in die neue Operninszenierung einführen.

Ist es schwierig zwischen den Erwachsenen und den Kindern zu trennen?

Ich finde, wenn man mit einem Kind in die Veranstaltung „It’s Teatime“ kommt, dann sind da einfach viele Witze, die für die Erwachsenen relevanter sind. Wenn wir sehen, dass auch viele Kinder unter den Besuchern sind, versuchen wir schon auch darauf einzugehen. Aber man muss schon sagen, dass der Inhalt der Oper oder das Leben des Komponisten nicht so Sachen sind, die so spannend sind für die Kleinen – es sei denn, man bereitet sie speziell für die Kinder und ihren Erfahrungsschatz auf, wie wir es eben in den Formaten für Ihre Altersklassen tun. Übrigens: Wir versuchen immer, unsere Kinderstücke so aufzubereiten, dass alle Spaß daran haben – Kinder, Eltern und natürlich auch wir selbst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das klappt ja auch sehr gut! 

Es macht auch immer sehr viel Spaß 🙂

Danke für das Interview – und grüßen Sie Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut!

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Miss Betterknower (Christina Clark) und Fräulein Vorlaut (Marie-Helen Joël)
 © Saad Hamza

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SERVICE:

Wer Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut live erleben möchte, findet ihre Auftrittstermine und Termine für weitere interessante Einführungsveranstaltungen und Führungen

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Autor
Johanna hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.

Interview mit der Sängerin Elbenita Kajtazi

Elbenita Kajtazi ist seit der Spielzeit 2016/2017 Mitglied des Ensembles am Aalto-Musiktheater. In den letzten Monaten konnte man die junge kosovarische Sopranistin mehrfach auf der Bühne, unter anderem als Adina in „Der Liebestrank“, als Pamina in „Die Zauberflöte“ oder als Barbarina in ,,Die Hochzeit des Figaro“, erleben.

Mit 15 Jahren haben Sie angefangen das Ziel zu verfolgen Opernsängerin zu werden. Wie sind Sie dazu gekommen?

Ich habe schon sehr früh angefangen mich für Musik zu begeistern. Mit sieben Jahren hatte ich bereits mein erstes Kinderkonzert. Mit fünfzehn Jahren besuchte ich ein Musikgymnasium. Dort habe ich eine Aufnahme von Maria Callas gehört und sie wurde zu meinem Vorbild. Im Kosovo gibt es kein Opernhaus, deshalb habe ich mir viele Videos von Opern im Internet angeschaut. Nach der Schule studierte ich vier Jahre Gesang an der Universität in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo.

In der nächsten Spielzeit singen Sie viele spannende Rollen. Auf welche freuen Sie sich am meisten? Gibt es eine Rolle, die Sie besonders herausfordert?

Ich freue mich auf alles! Am meisten freue ich mich, dass ich Violetta in „La Traviata“ singen kann, da Violetta eine sehr anspruchsvolle Rolle ist. Zudem ist Gretel für mich eine spannende Rolle, die aufgrund des deutschen Textes und der darstellerischen Herausforderung für mich schwer zu lernen ist.

Wie bereiten Sie sich und Ihre Stimme auf eine Vorstellung vor?

Vor einer Vorstellung esse ich gut und schlafe sehr viel – mindestens zehn Stunden. Zudem verhalte ich mich sehr ruhig und versuche wenig zu sprechen.

Gibt es Dinge, auf die Sie wegen Ihres Berufes verzichten müssen?

Ja, man muss auch auf Vieles verzichten. Als Opernsängerin hat man kein „normales“ Leben. Ich bin oft alleine und habe wenig Zeit für meine Familie. Mein Mann lebt in Freiburg und wir sehen uns nur selten. Aber die Oper ist für mich wie eine Therapie. Der Applaus nach einer Vorstellung gibt einem ein großartiges Gefühl und der Grund dafür, dass ich auf Vieles gerne verzichte.

Sie habe schon oft auf der Bühne gestanden. Haben Sie trotzdem noch Lampenfieber?

Bei meiner ersten Vorstellung war ich so nervös, dass ich nie wieder auf die Bühne wollte. Mittlerweile ist es für mich normal und ich habe keine Angst mehr auf die Bühne zu gehen, sondern freue mich darauf.

Opern gibt es in vielen verschiedenen Sprachen. Fällt es Ihnen schwer auf anderen Sprachen zu singen?

Ich spreche Albanisch, Englisch, Italienisch und etwas Deutsch. (Anm. d. Red.: Deutsch spricht Elbenita Kajtazi sogar richtig gut!) Schwierigkeiten habe ich mit französischen Texten, da ich die Sprache noch nicht gut kenne. Es ist sehr interessant in unterschiedlichen Sprachen zu singen. Aber es braucht auch viel Zeit den Text zu übersetzen und gut zu verstehen.

Wie wichtig ist für Sie eine glaubwürdige Darstellung der Rollen, die Sie auf der Bühne spielen?

Eine glaubwürdige Darstellung ist für mich sehr wichtig, um Kontakt mit dem Publikum aufzunehmen. Ich versuche alle Rollen sorgfältig zu studieren, indem ich mich frage, was die Person bei den verschiedenen Handlungen fühlt und denkt. Man kann nicht nur spielen es muss echt sein und das Ziel ist es, die „gespielte“ Figur zu sein.

Welche Musik hören Sie in Ihrer Freizeit?

Mein Lieblingssänger ist im Moment Ed Sheeran. Ich höre eigentlich wenig Musik in meiner Freizeit, sondern lese lieber oder gucke viele Filme.

Wie gefällt es Ihnen hier am Aalto-Theater in Essen? Können Sie sich vorstellen noch länger hier zu bleiben?

Hier im Theater gefällt es mir sehr gut und ich werde für die nächste Zeit auf jeden Fall hier bleiben. Hier kann ich große Rollen ausprobieren und die Akustik sowie das Orchester sind großartig. Aber ich möchte später auch noch an vielen anderen Opernhäusern singen.

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Autoren:

Tabea macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet mit Lioba, die bereits im Oktober bei uns war und uns als Praktikantin nun wieder unterstützt, von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.

JOTA Spezial 2017

Und schon wieder ist unser jährlicher und ereignisreicher JOTA Spezial-Workshoptag erfolgreich über die Bühne gegangen.

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren haben den vergangenen Sonntag zu einem einzigartigen Tag gemacht. Es wurden Tänze einstudiert, Stücke geschrieben, es wurde gemalt, geschreinert, gebatikt und vieles mehr. Folgende Workshops wurden angeboten: Maske, Kostüm, Regie, Dramaturgie, Rüstmeisterei, Schreinerei, Presse, Gesang, Tanz und Malen.

Abends haben wir dann noch gemeinsam das Abenteuer Konzert „Fantasia Aalto“ besucht und uns von Bühnentechnik, Beleuchtung und Sängern verzaubern lassen.

Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Ausgabe von JOTA Spezial am 24. Juni 2018 😉

Hier ein kleiner Einblick in die Arbeiten einiger Workshops:

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Diese Geschichte haben der Dramaturgie- und Regie-Workshop geschrieben und inszeniert:

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Und so sah es bei der Show abends auf der Bühne aus:

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Sommer, Sonne, Stadtpark

Die 25-Grad-Marke wird jeden Tag aufs Neue geknackt, die Sonnenbrillen werden täglich blank geputzt und das Eis schmeckt zu jeder Tageszeit! Nicht nur in den Parkanlagen und den Freibädern ist die Stimmung auf dem Zenit, sondern auch bei uns im Aalto-Theater genießen wir das sommerliche Wetter in vollen Zügen.

Hier ein paar Bilder von unserem Haus in strahlendem Sonnenschein:

 

Finden unsere Proben natürlich auf unseren Probebühnen statt und werden Beleuchtungsproben weiterhin nur hinter geschlossenen Türen möglich sein, so genießt eine Vielzahl unserer Mitarbeiter jede freie Minute auf der Terrasse. Da werden Sonnenbrillen aufgesetzt, in der Kantine ein Eis nach dem anderen bestellt und es wird von gemütlichen Stunden am Baldeneysee geträumt.

Aber wir wären ja nicht am Theater, wenn wir nicht lieben würden, was wir tun. So großartig es auch ist, ein kleines Päuschen in der Sonne (oder im Schatten unter dem Sonnenschirm) zu machen, so schön ist es auch ins Aalto-Theater einzukehren und weiter an Programmen zu feilen und sich Planungen für die nächsten Vorstellungen und Formate zu widmen.

In diesem Monat und auch dem nächsten steht noch Einiges auf dem Programm: JOTA Spezial, das Abenteuer Konzert „Fantasia Aalto“, der Konzertabend „Very British!“ und ein Sommerferien-Programm mit Hexe Kleinlaut. Wir stecken schon wieder in den Startlöchern und sammeln sommerliche Bastelideen und Strand-Songs.

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Ihr seht: Die Sonnenstrahlen motivieren uns so richtig durchzustarten 🙂

Der Geruch des Theaters

(Wow! Da hat es aber jemandem Spaß bei uns gemacht 🙂 )

Sie alle verbindet eins: Die Liebe und Leidenschaft zum Theater, zur Oper, zur Musik, zum Tanz, zu den Künsten! Ganz verschiedene Menschen – mit besonderen Fähigkeiten und Interessen – kommen täglich im Aalto-Theater zusammen und werden eine Familie. Hier ist das „Du“ Normalität und es gibt keine Grenzen zwischen den einzelnen Abteilungen; nein, vielmehr Verbindungen und offene Türen. Es wird sich gegenseitig in den verschiedenen Büros besucht und auf den Fluren miteinander kommuniziert, um immer nah am Geschehen zu sein. So werden alle Mitarbeiter verschiedenster Abteilungen – künstlerischer oder nicht künstlerischer Natur – zu einer einzigen Arbeitsgruppe, die das Ziel perfekter Inszenierungen verbindet und stärkt.

Sobald man das Theater betritt, wird man in dessen Duft eingehüllt und ist wie in einer anderen Welt. Einer Welt, in der nicht der ständige Zwang von Realismus herrscht, sondern in der alles, was man sich vorstellen kann ermöglicht und zum Leben gebracht werden kann. Mit dem einzigen Ziel Menschen zu berühren und zu begeistern.

Man hat fast schon das Gefühl einige würden nicht nur in dieser Welt arbeiten, sondern vielmehr für diese Welt leben. Ja, hier lebt eine große Familie und einen starren Arbeitsalltag hat sie nicht. Jeder Tag ist anders, abwechslungsreich und spannend. Selbst als Praktikantin wird man sofort in diese Familie integriert und kann sich keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Doch auch flexibel muss man sein, denn die Arbeitszeiten sind unregelmäßig und so müssen die Mitarbeiter auch abends und am Wochenende Vorstellungen über die Bühne bringen und proben, proben, proben. Das nehmen aber alle gerne in Kauf, da ihr Beruf gleichzeitig ihre Leidenschaft und ihr Hobby ist, in das sie all ihr Herzblut stecken.

Und wer einmal in diesen Duft des Theaters gehüllt worden ist, möchte ihn nicht mehr um sich herum missen, trägt ihn durch sein Leben und begeistert andere davon.

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Autor:

Jule hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum am Aalto-Theater gemacht und beim Ballett, bei der Dramaturgie und bei der Theaterpädagogik reingeschnuppert.

„Stars“ zu Gast im Hause Aalto

Wer als Kind im Publikum von Starlight Express gesessen hat, träumte mit Sicherheit selbst davon ein großartiger Rollschuhfahrer und begnadeter Sänger zu werden – so wie Andreas Wolfram, der unter anderem als „Elektra“ durch die Kurven raste und nun am Aalto-Theater gastiert. Auch Henrik Wager – ein weiterer Musical-Promi, bekannt aus Jesus Christ Superstar oder der Rocky Horror Show (zuletzt in Gelsenkirchen) – reist exklusiv aus Italien an. Neben Tim Hüning – einer der Hauptdarsteller von Ich war noch niemals in New York – ist auch Jana Stelley mit unter den Star-Gästen hier am Aalto-Musiktheater vertreten. Sie ist ebenfalls durch große Rollen verschiedener Musicals, wie zum Beispiel als „Glinda“ in Wicked, als „Frenchy“ in Grease oder als „Penny Pingleton“ Haispray, bekannt geworden.

Grund ihrer Anreise ist die Wiederaufnahme des Musicals „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“. Als Musicaldarsteller schlüpfen Stelley („Froschprinzessin“), Hüning („tapferes Schneiderlein“), Wager („Kaiser ohne Kleider“) und Wolfram („Rumpelstilzchen“) in vier der Hauptrollen dieses Musicals, das nun die erste Wiederaufnahme – nach der erfolgreichen Premiere in der vergangenen Spielzeit – feiert. Die beiden anderen Hauptrollen der „Aschenputtel“ und des „Schneewittchens“ besetzen die Ensemblemitgliedern Christina Clark und Marie-Helen Joël. Letztere schrieb das Musical selbst, während ihr Mann die Musik dazu komponierte und arrangierte.

Was für ein Aufwand nötig ist bis es wirklich wieder auf der Bühne losgehen kann, glaubt mir nun sicher niemand! So muss das gesamte Stück in vielen Proben zunächst einmal wieder einstudiert werden. Es gibt musikalischen Proben, in denen unter Anleitung des musikalischen Leiters alle Lieder gesungen und die Sänger noch verbessert werden können. Dann gibt es szenische Proben, in denen das Stück wieder zusammengesetzt wird und sich jeder Darsteller genau merkt, wann er wie, wo oder was etwas tut. Zu guter Letzt geht es dann auf die Bühne, auf der auch noch einige Male geprobt wird, bis die Wiederaufnahme starten kann und das Publikum in den Zuschauerraum strömt. Wichtig dabei ist, dass alle Proben rechtzeitig angemeldet und Requisiten und Kostüme bestellt werden. Schließlich müssen alle Handgriffe genau sitzen, bevor die Vorstellung beginnt und das geht nur, wenn die Darsteller mit ihren Kostümen, den Requisiten und dem Bühnenbild vertraut sind.

Wenn ich jetzt sehe, was alles beachtet werden muss, um so ein Musical auf die Beine zu stellen, werde ich ganz blass vor Neid vor denen, die das beruflich machen! Es gibt hier wirklich viel zu erleben und es ist wahnsinnig spannend bei Proben und Vorstellungen zu sehen, was hinter den Kulissen alles abläuft und geschieht!

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Autor

Sarah studiert Grundschullehramt und macht in ihren Semesterferien ein vierwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik. Hier schreibt sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Stöbern im Aalto

Wer von euch hat es als Kind nicht geliebt, sich zu verkleiden und in die Rolle eines anderen zu schlüpfen? Zum Beispiel in die einer prunkvollen Prinzessin, eines tapferen Polizisten oder einer bösen Hexe. Für diese Zwecke durfte eine vollgepackte Verkleidungskiste natürlich nicht fehlen 🙂 Doch die Verkleidungskiste des Aalto-Theaters übertrifft mit Sicherheit alle eure Vorstellungen!

Im Aalto-Theater werden die Kostüme nämlich nicht einfach in ein paar Kisten, sondern im sogenannten Fundus gelagert (wovon es sogar mehrere gibt). Und um sich da auch gut orientieren zu können, sind die Kostüme nach bestimmten Kategorien geordnet: zum Beispiel nach Epochen oder Themen. Zusätzlich gibt es einzelne Kleiderstangen- und Schrankabteilungen für Nachtmode, Unterwäsche oder Oberhemden. Außerdem gibt es eine riesige Auswahl an Brillen, Hüten, Regenschirmen und Taschen.

 

Schuhe sind zudem in einem zusätzlichen Fundus gelagert. Ein wahres Schuhparadies! Ein Schuhliebhaber würde in diese „heiligen Hallen“ wahrscheinlich am liebsten einziehen 🙂

Auch die Schuhe werden nicht wild gesammelt, sondern sind ordentlich sortiert (nach Art, Farbe und Größe), sodass die entsprechenden Schuhe immer schnellstmöglich gefunden werden können.

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Autoren

Felicitas und Sophie machen ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und der Kostümabteilung und schreiben über ihre Erlebnisse am Aalto-Theater.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

… So geht es auch den großen Künstlern des Theaters!

Tänzer, Sänger, Musiker: sie alle müssen ihre Stücke gut einstudieren und proben, um auf der Bühne nichts zu vermasseln. Dabei kann es schnell passieren, dass man eine einzelne Szene oder Passage immer und immer wieder durchgeht, bis sie endgültig sitzt. Das nehmen die Künstler gern in Kauf und haben für gewöhnlich sogar Spaß dabei. Hauptsache das Publikum bekommt eine toll ausgearbeitete Vorstellung zu sehen und zu hören.

Wir hatten die Möglichkeit bei jeweils einer Ballett-, Orchester- und Opernprobe dabei zu sein.

Ballett

In der von uns besuchten Bühnenprobe wurde ein Tanzstück aus dem Ballett 3 By Ekman geprobt. Dieses besteht aus insgesamt drei Werken: ‚Flockwork‘, ‚Tuplet‘ und ‚Tyll‘. Wir hatten die Gelegenheit, uns die Probe von ‚Tyll‘ anzuschauen. ‚Tyll‘ lässt klassischen Spitzentanz auf modernen Witz und Videoleinwände treffen.

Nach einer kurzen Aufwärmung wurde dieser Teil ein komplett durchgetanzt. Danach korrigierte der Choreograph – bzw. derjenige, der die Choreographie mit den Tänzern einstudierte – einige Stellen und wiederholte diese mehrmals mit den Tänzern.

Auch wenn es keine Probe mit Maske und Kostüm war, trugen die Tänzerinnen Tutus, die lediglich bei Proben getragen werden aber nicht später bei Vorstellungen auf der Bühne. So können die Tänzerinnen sich bereits an die Form der Kostüme gewöhnen.

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Orchester

Wir haben die Probe des 6. Sinfoniekonzerts in der Philharmonie besucht: Die Tondichtung ‚Ein Heldenleben‘ von Richard Strauss, durch die man die verschiedenen Emotionen einer Heldengeschichte erlebt.

Zuerst spielte das Orchester die Sätze durch und „putzte“ dann – nach und nach – die Stellen, die dem Dirigenten noch nicht gefielen.

Nach der Pause probte ein Teil des Orchesters das Oboenkonzert von Bohuslav Martinů. Auch hier wurden noch Dinge verbessert, da zeitweise die Streicher beispielsweise zu laut waren und so das Oboensolo übertönten.

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© Saad Hamza

Oper

Im Rahmen der Probe Carmen von Georges Biszet, die wir auf einer der Probebühnen besuchten, wurden drei verschiedene Szenen mit der Darstellerin der Figur Micaëla geprobt.

Zu Beginn haben die Sänger ihre Texte gemeinsam durchgesprochen und daraufhin erklärte die Regieassistentin ihnen genau, was sie zu tun haben. Dazu gehört zum Beispiel: Wann bewegen sich die Sänger wohin? Welche Bewegungen müssen wie ausgeführt werden, damit bestimmte Emotionen unterstrichen werden?

Wir waren sehr überrascht, wie akribisch und detailliert die Künstler an einzelnen Handlungen arbeiten. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie viele Dinge Sänger gleichzeitig beachten müssen: den Texte auswendig können, die Musik kennen, die Sprache beherrschen, die richtige Gestik und Mimik passend einsetzen.

Da es sich um eine Opernprobe handelte, wurden die Sänger natürlich musikalisch begleitet. Anstelle eines großen Orchesters hat ein Pianist für die instrumentale Begleitung gesorgt und hat – ebenso wie die Souffleurin – am Ende den Darstellern Korrekturen gegeben.

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© Matthias Jung

Die Proben waren zwar alle völlig verschieden doch in einer Sache gleichen sie sich alle: Es wird wiederholt und verbessert, bis das Ergebnis perfekt ist!

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Autoren

Felicitas und Sophie machen ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und der Kostümabteilung und schreiben über ihre Erlebnisse am Aalto-Theater.