Viele Abteilungen – Ein Vorstellungsformat

In der letzten Woche trat mal wieder Hexe Kleinlaut auf. Diesmal mit ihrem Kinderprogramm „Sonne, Mond und Sterne“. Spielerisch und musizierend diskutierte sie mit den Kindern über einen Umzug auf den Mond und brachte ihnen währenddessen viel über Planeten, die Sterne, … kurz: über den gesamten Nachthimmel.

Aber wer ist eigentlich alles an so einem Programm beteiligt? Wen und was braucht man alles, damit die Kindervorstellungen der Hexe Kleinlaut über die Bühne gehen können? Natürlich die Hexe Kleinlaut und das ein oder andere Musikinstrument! Das reicht aber noch lange nicht. Ohne die Hilfe der Kollegen aus den verschiedensten Abteilungen – wie der Technik oder der Requisite – geht nicht viel!

Also: das Fundament des Ganzen bildet die theaterpädagogische Abteilung. Diese denkt sich schon lange vor der Spielzeit ein Thema aus, zu dem ein kurzer Text für das Programmheft geschrieben wird. Dann wird recherchiert und es werden Ideen und Informationen gesammelt. Marie-Helen und Sandra haben da großen Spaß dran, weil sie bei jedem Thema selber noch was dazulernen können 😉 Das Programm wird dann immer konkreter und es wird ein Skript geschrieben.

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Vor der Generalprobe wird dann eine Liste mit allen Dinge erstellt, die für das Programm benötigt werden. Diese Liste wird dann an die verschiedenen beteiligten Bereiche des Aalto-Theaters weitergeleitet. Was glaubt ihr, wie viele Abteilungen, allein an dem Programm „Sonne, Mond und Sterne“, beteiligt waren? Zwei? Oder drei? Viel mehr!

Die Technik-Abteilung ist für den Bühnenaufbau zuständig. Für „Sonne, Mond und Sterne“ haben zwei Techniker eine blaue Stellwand und vier Traversen (das sind so große Aluminium-Träger), aufgestellt. (Das sieht man auf den Bildern auch ganz gut.)

Die Requisite beinhaltet all das, womit die Darsteller – in diesem Fall also Hexe Kleinlaut – während des Programms arbeiten: Eine große Flagge beispielsweise, damit Hexe Kleinlaut sie (als Anspielung an die amerikanische Flagge bei der Mondlandung) schwenken kann, einen Apfel am Stiel, um einen Meteoriten spielerisch nachzustellen und noch viele weitere Sachen (siehe Bilder). Aus der Deko-Abteilung werden weitere Dinge für die Kulisse benötigt, wie zum Beispiel die grünen Grasteppiche, auf die sich die Kinder setzen können. Meistens stammen die Requisiten und Deko-Artikel aus einem riesigen Lager mit Sachen, die bei Aufführungen am Aalto-Theater irgendwann mal benötigt wurden oder werden. Manche Dinge werden aber auch extra für die Kindervorstellungen hergestellt. Oft bringen Marie-Helen und Sandra auch Krimskrams von Zuhause mit, der als Requisite genutzt werden kann oder basteln selber darauf los 🙂

Die Beleuchtungsabteilung ist für das Licht zuständig und leuchtet das Foyer nett ein. Bei Vorstellungen im Opernzelt gibt es ganz viele Scheinwerfer und Lichteffekte während der Vorstellungen. Im Rahmen von „Sonne, Mond und Sterne“ reichen lediglich zwei Scheinwerfer aus, die die Spielfläche ausleuchten.

Die Haustechnik sorgt dafür, dass Treppenaufgänge, die nicht genutzt werden sollen, abgesperrt sind.

Die Mitarbeiter der Kostüm- und der Maskenabteilung verwandeln Marie-Helen Joël in Hexe Kleinlaut. Aus der Kostümabteilung wird das Kostüm der Hexe Kleinlaut benötigt, das irgendwann mal dort zusammengestellt und genäht wurde. Eine Maskenbildnerin schminkt Marie-Helen und setzt ihr die Kleinlaut-Perücke auf.

Und dann braucht man ja auch noch Musiker! Bei „Sonne, Mond und Sterne“ sitzt Juriko Akimoto am Klavier und Niklas Schwarz spielt die Bratsche. Die beiden treffen sich mit Kleinlaut natürlich nicht erst kurz vor der Vorstellung, sondern haben mit unserer Opernhexe vorab schon einige Proben gehabt.

Wenn dann alles beisammen ist, kann das Konzert endlich kommen. Jetzt braucht man nur noch ganz viele Kinder, die zusammen mit Hexe Kleinlaut, Juriko und Niklas das Weltall „erkunden“ und bestaunen!

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Autor

Antonia hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.     

Sonnensystem-Bastelei

Am Sonntag geht es los mit Hexe Kleinlaut und ihrem Kinderprogramm „Sonne, Mond und Sterne“. Ein fabelhaftes Thema, um mal wieder eine kreative Bastelaktion zu starten!

Und schon ging es los: Informationen über Planeten sammeln, Materialien bereitlegen und sich in „Schutzkleidung“ schmeißen  🙂

Ganz maßstabsgetreu lassen sich die Planeten unseres Sonnensystems leider nicht verbasteln (wenn der Jupiter einen Durchmesser von ungefähr 26 cm hätte, dürfte der Merkur nur circa 1 cm groß sein). Aber es geht ja darum, Anschauungsmaterial zu haben, das zu Gesprächen anregt und uns das Bühnenbild aufpeppt.

Für die Planeten (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) werden acht Luftballons benötigt: Die Luftballons der Planetengröße entsprechend aufpusten (Merkur und Mars sehr klein, Erde und Venus etwas größer, Uranus und Neptun noch etwas größer, Saturn nochmal größer und für den Jupiter einfach den Ballon so groß aufblasen, wie es möglich ist).

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Dann heißt es: Kleister anrühren und Zeitungspapier in kleine Stücke reißen. Nun werden alle Luftballons mit Zeitungspapier vollgekleistert. Schön dicht, dass man den Luftballon nicht mehr darunter sehen kann. (Am „Aufpuste-Loch“ des Ballons kann man die einzelnen Bastelprojekte an einem Faden oder Basteldraht zum Trocknen aufhängen.)

Über Nacht trocknen lassen und am nächsten Tag eine weitere Schicht Zeitung mit Kleister auf die Ballons auftragen. Wieder eine Nacht warten und am kommenden Tag wieder eine Schicht Zeitungspapier ankleistern … und wieder trocknen lassen. Nach drei Schichten Zeitungspapier sind die Pappmasché-Kugeln ziemlich robust und die Luftballons im Innern können kaputt gestochen/geschnitten und vorsichtig herausgeholt werden. Jetzt müssen nur noch die kleinen Löcher mit Zeitung und Kleister füllen und schon sind die einzelnen Planeten bestenfalls rund (oder zumindest planetenartig geformt ;-)).

27544694_1776945852379673_4640552653898850271_nDer Saturn benötigt natürlich noch Ringe. Einfach stabile Pappe zurechtschneiden, dass ein Ring aus Pappe um die entsprechende Pappmasche-Kugel montiert werden kann. Diesen kann man – für mehr Stabilität – mit Basteldraht befestigen und auch mit Zeitungspapier bekleistern und wieder trocknen lassen.

Endlich geht der spaßige Teil des Bastelprojekts los. Einfach die gewünschten Farben mischen und mit einem Pinsel auf die späteren Planeten auftragen! Der Mars bekommt zum Beispiel eine rote Farbe, die Erde erhält Ozeane und Kontinente und so weiter. Mit dem Einsatz von Wasser lassen sich tolle Farbverläufe erzielen.

Am Ende (bei Bedarf) mit Basteldraht und Bindfaden Aufhängemöglichkeiten einsetzen 🙂

Und das sind unsere Ergebnisse. Juhuuuuu!

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Benötigte Materialien:

Luftballons, Zeitungspapier, stabile Pappe, Kleister, Pinsel, Bindfaden/Basteldraht, Schere, Acrylfarben, Behälter mit Wasser

Schöne Feiertage!

Wir wünschen euch ein herrliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Die Geschenke vom Wunschbaum sind verteilt worden, die Adventskalender-Videos sind alle gedreht: Wir atmen jetzt ein bisschen durch, futtern uns kugelrund und freuen uns auf ein aufregendes, buntes und kreatives Jahr 2018!

Eure Marie-Helen und Sandra

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Und hier findet ihr noch den Link zu unserem Aalto-Adventskalender 🙂

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Gut maskiert ist halb gewonnen – Der Beruf des Maskenbildners

Am 20. November war es wieder soweit! JOTA stand mal wieder vor der Tür. Dieses Mal ging es um den Beruf des Maskenbildners. Wir hatten die Gelegenheit zwei Maskenbildnerinnen des Aalto-Theaters an ihrem Arbeitsplatz zu besuchen und zu erfahren, welche Aufgaben in ihren Tätigkeitsbereich fallen.

Nicht nur Schminken ist ein wesentlicher Bestandteil des Berufs, sondern auch Frisieren, Perücken knüpfen und Wunden herstellen gehören dazu. So wird natürlich jeder Darsteller auf der Bühne vor seinem ersten Auftritt geschminkt, im Arbeitsalltag – abseits der Vorstellungen – muss aber auch viel vorbereitet werden.

Zu Beginn haben wir erst einmal geklärt, welche Aufgaben zu diesem vielseitigen Beruf gehören. Uns wurde verdeutlicht, dass nicht nur das Schminken ein wesentlicher Bestandteil dieses Berufs ist. Die Schminke ist zwar wichtig für den richtigen Ausdruck des Darstellers auf der Bühne, jedoch sind auch das Perückenknüpfen, Frisieren und Modellieren von (verletzten) Körperteilen sehr wichtig.

Um eine Perücke zu knüpfen muss der Maskenbildner sich beispielsweise erst einmal ein paar Fragen stellen:

  • Möchte ich echtes Haar benutzen? (Echthaar wird zum Beispiel gespendet oder verkauft und dieses kann dann im Theater-Großhandel in allen Farben und Strukturen erworben werden)
  • Möchte ich die Haare selber färben oder bestelle ich die Haare direkt in der gewünschten Farbe?
  • Habe ich die genauen Maße des Tänzers oder Sängers bereits, um die Perücke genau der Kopfform anzupassen? (Die Abdrücke werden mit Holz oder Gips gemacht und dann in der Werkstatt in einem großen Regal gelagert und gekennzeichnet (siehe Foto unten).)

Besonders bemerkenswert ist, wie wir finden, dass es wirklich total lange dauert, bis eine Perücke fertig geknüpft und praktisch bereit für die Bühne ist! Es dauert im Schnitt circa 40 Arbeitsstunden, was aber immer davon abhängt wie dick die Haare sind und wie viele Haare man mit einem „Stich“ knüpft. Außerdem kann es ja sein, dass es eine Perücke mit Halbglatze wird, dann dauert es natürlich nicht so lange!

Die Ausbildungszeit eines Maskenbildners beträgt drei Jahre. In einer Abschlussprüfung müssen die Lehrlinge ihre angelernten Fähigkeiten unter Beweis stellen, und zum Beispiel Fantasiemasken, die den ganzen Kopf bedecken, modellieren. Das Ganze muss in einem streng begrenzten Zeitraum geschehen. An mehreren Tagen werden die Abschlussprüfungen, die sowohl theoretisch als auch praktisch sind, abgelegt. So müssen nicht nur praktische Fähigkeiten unter Beweis gestellt werden. Ein Maskenbildner muss beispielsweise ebenso über historische Frisuren bestens Bescheid wissen.

Die normale Arbeitszeit von Maskenbildern beträgt ca. 40 Stunden in der Woche, dazu zählt aber z. B. auch, dass sie zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn anfangen die Künstler für die Vorstellung zu schminken und zu frisieren, denn wenn es sich anbietet werden auch richtige Frisuren gemacht ohne das man eine Perücke benutzt , und das dauert ja auch seine Zeit. Vor einer Vorstellung sind bis zu 18 Maskenbildner/-innen gleichzeitig im Dienst.

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Autoren
Felicitas und Magdalena sind regelmäßige Teilnehmerinnen von JOTA und schreiben über ihre Erlebnisse im Jugendtreff.

Hänsel und Gretel – Von der ersten Probe zur Premiere

Man, war das alles aufregend!

Im Juni haben wir angefangen für „Hänsel und Gretel“ zu proben. Da waren wir allerdings noch nicht auf der richtigen Bühne, sondern „nur“ auf einer unserer Probebühnen. Endlich konnten wir die ersten Deko-Teile und Requisiten sehen. Und wir haben uns sofort verliebt in all die liebevollen Arbeiten der Kollegen aus den Werkstätten:

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Im Oktober ging es dann endlich weiter mit den Proben für „Hänsel und Gretel“. Zuerst wieder auf der Probebühne und dann auch endlich auf der großen Bühne. Das war vielleicht ein Erlebnis, endlich das gesamte Bühnenbild vor sich stehen zu haben. Nachdem wir nur das kleine Modell kannten, war es kaum zu fassen, wie aus ein paar Zentimeter großen Keksbäumen über sechs Meter große geworden sind. Da fällt einem schonmal die Kinnlade runter!

Und dann gibt es die Beleuchtungsproben. Da sitzt man stundenlang im dunklen Saal und es werden zahlreiche Lichtstimmungen eingestellt, damit die Inszenierung auch eine tolle Licht-Atmosphäre bekommt. Die Beleuchter raunen sich irgendwelche Zahlen zu, mit denen sie verschiedenste Scheinwerfer meinen (und davon gibt es wirklich unzählige). Diese werden dann um ein paar Prozent heller oder dunkler, um ein paar Grad gekippt, damit der Lichteinfall stimmig ist, die Farben werden verändert und so weiter und so fort. Als „Laie“ sitzt man da nur daneben und ist völlig begeistert, was die lieben Kollegen mit Licht alles machen können.

In den letzten zwei Wochen vor der Premiere wird es richtig ernst! Dann wird alles zusammengesetzt: Bühnenbild, Kostüme, Maske, Sänger, Orchester, Beleuchtung und so weiter und so weiter. Überall fallen Kleinigkeiten auf, die man noch besser machen kann und bearbeitet werden. Und am Ende geht alles ganz schnell! Der letzte Feinschliff wird erledigt, die Generalprobe wird mit Herzklopfen über die Bühne gebracht und „schon“ steht die Premiere an.

Hier das Ergebnis unserer fabelhaften gemeinsamen Probenzeit  von „Hänsel und Gretel“:

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Hänsel ohne Hexe? – Märchenhafte Opernwelt

Endlich wieder JOTA! Vor dreieinhalb Wochen sind wir bereits aus den Spielzeitferien zurückgekehrt aber bis zum ersten Jugendtreff mussten wir noch bis gestern warten.

Nachdem wir bereits ein paar Requisiten und das Bühnenmodell der anstehenden „Hänsel und Gretel“-Premiere bereitgestellt hatten, konnten wir circa 20 Personen in Empfang nehmen, mit denen wir über die Neuinszenierung der Märchenoper sprechen wollten. Und das haben wir auch getan 🙂

Wir haben einen kleinen Einblick in die Handlung der Oper gegeben – die ist nämlich ein wenig anders, als wir alle es aus dem Grimm‘schen Märchen kennen. Die Mutter ist in der Oper nicht böse und möchte die Geschwister loswerden, sondern vielmehr gestresst. Sie schickt die Kinder lediglich in den Wald, damit sie ein paar Erdbeeren pflücken und zum Abendbrot wieder zurück sind. Außerdem gibt es in der Oper noch zusätzliche Wesen, wie das Sandmännchen, Taumännchen und einige Engel. Und am Ende der Geschichte, werden Hänsel und Gretel nicht reich, sondern retten viele andere Kinder, die von der Hexe bereits zuvor gefangen genommen worden sind.

Richtig spannend wurde es gestern aber erst, als sich jeder überlegen sollte, wie er (oder sie) sich eine Hexe vorstellt: Muss die Hexe einen krummen Rücken und eine Hakennase haben? Muss die Hexe alt sein? Muss die Hexe überhaupt eine Frau sein? – Und das Hexenhaus: Ist es groß oder klein? Ist es wirklich aus Lebkuchen gebaut oder handelt es sich vielleicht um ein modernes Einfamilienhaus? – Wie muss der Wald aussehen: Ist es ein Laubwald? Oder müsste es Nadelgehölz sein? Gehört Nebel dazu? … Fragen über Fragen! Wir haben gemeinsam diskutiert und festgestellt: Es gibt wohl kein allgemeingültiges Gesetz, wie die Hexe auf der Opernbühne aussehen muss. Quasi alles ist möglich, solange es sich dramaturgisch erklären lässt und ein bestehendes Gesamtkonzept nicht sprengt.

Weg von Theorie, hin zur Praxis! Nach der Diskussion haben wir uns gemeinsam das Bühnenmodell für die anstehende Produktion von „Hänsel und Gretel“ angeschaut. Unsere Teilnehmer des Jugendtreffs hatten Glück und durften schon einen exklusiven Blick auf das Bühnenbild werfen, welches ansonsten natürlich noch bis zur Premiere streng geheim bleibt 😉

Zu guter Letzt sind wir noch in die Tiefen des Aalto-Theaters vorgedrungen und haben uns einige Bühnenteile im Kulissenlager angesehen. Das war richtig interessant: Von der Idee zum konkreten Bühnenteil, das in nur wenigen Wochen auf der Bühne stehen wird!

Beim nächsten JOTA-Termin am 20. November dürfen wir dann den Beruf des Maskenbildners kennenlernen. Es wird spannend! 🙂

„So jung kommen wir nicht mehr zusammen“

Was für ein fabelhaftes Wochenende! Wir haben den 125. Geburtstag des Grillo-Theaters gefeiert.

Zuvor haben wir die ganze Woche über gezittert und gebangt, ob das Wetter mitspielen oder uns im Stich lassen würde. Und dann kam der lang erwartete Samstag:  Sonnenschein und angenehme Temperaturen!

Es wurde gesungen, getanzt, musiziert, gerätselt, gestaunt und gelacht 🙂

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Wie wird man eigentlich Fräulein Vorlaut, Marie-Helen Joël?

Nicht nur den Stadtgarten hat sie von ihrem Büro in der sechsten Etage des Aalto-Theaters gut im Blick. Auch weiß sie immer, wie man die Menschen begeistern kann – egal welche Oper und welche Altersklasse es betrifft. Marie-Helen Joël, seit der Spielzeit 1993/1994 als Sängerin an der Essener Bühne engagiert, ist seit 2011 zugleich auch die Leiterin der Theaterpädagogik. Nach den erfolgreichen Jugendprogrammen wie „Rockin’ the stage“ und dem Familienmusical “Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ inszeniert die gebürtige Aachenerin in der kommenden Spielzeit die Oper ”Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, in der sie auch selbst als Mutter zu sehen sein wird. Nicht nur in diese Rolle schlüpft die verwandlungsfähige Sängerin und Theaterpädagogin – auch Fräulein Vorlaut und Hexe Kleinlaut, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Welt der Opern in eigenen Formaten näher bringen, stecken in ihr drin. Wie kommt man zu einem so vielfältigen Job? Johanna Renner hat während ihres zweiwöchigen Schülerpraktikums bei Marie-Helen Joël nachgefragt. 

MH und Johanna

Marie-Helen und Johanna im Büro der Theaterpädagogik

Frau Joël, Sie singen, Sie schauspielern, Sie konzipieren, Sie organisieren, Sie lehren – wie kommt man zu einem so abwechslungsreichen Job im Theater?

Ich habe erst Schulmusik gemacht, weil ich immer schon gerne mit Menschen zusammen gearbeitet oder mich ausgetauscht habe. Bei dem Schulmusikstudium habe ich dann gemerkt, dass ich sehr gut singen kann. Ich habe mich dann entschlossen, noch ein Aufbaustudium für Gesang nach dem Abschluss des Schulmusikstudiums anzuhängen. Nach dem Studium habe ich dann zunächst zwei Jahre musikalische Früherziehung mit Kindern gemacht, dann aber eine Stelle an der Oper in Bonn bekommen. Dort hab ich dann wirklich erst nur als Sängerin gearbeitet. Ich hatte mich damals bewusst gegen den Schuldienst entschieden und wollte in diesen pädagogischen Bereich auch erst mal nicht mehr rein. Als ich dann ziemlich viel im Solobereich gemacht habe, auch hier in Essen später, habe ich aber gemerkt, dass ich irgendwie wieder den Weg zurück und mit Menschen gerne Sachen erarbeiten und ihnen Musik vermitteln möchte. Und so bin ich dann eben auf die Idee gekommen: In der Musikhochschule in Detmold gibt es einen Masterstudiengang für Musikvermittlung und Konzertpädagogik – und dann habe ich das studiert und den Master gemacht.

Und wie sind Sie dann nach Essen gekommen?

Es kam in der Zeit dann gerade genau aus, dass hier in Essen eine Stelle als Theaterpädagoge am Aalto-Theater frei wurde – die Chance habe ich dann genutzt. Jetzt bin eben in einer Doppelfunktion als Sängerin und Theaterpädagogin hier im Haus tätig. Und das ist eigentlich das Tolle: Ich musste mich nicht entscheiden, ob ich lieber singe oder lieber Theaterpädagogin bin – ich darf jetzt beides machen.

Was sind denn so die Aufgaben eines Theaterpädagogen?

Oh (muss lachen), die sind wirklich sehr vielfältig. Man kann sie sich ein bisschen selber definieren. Die Grundaufgabe eines Theaterpädagogen ist natürlich die Kunstform, in unserem Fall der Oper, zu vermitteln – egal ob Kindern, Erwachsenen oder Jugendlichen. Einfach den Zugang zu vermitteln: Welche Geschichte erzählt die Oper, was hat der Komponist sich dabei gedacht, in welcher Zeit ist sie entstanden – all solche Dinge. Hier in unserer Abteilung machen wir das in der Form, dass wir sehr viele Konzerte anbieten für unterschiedliche Altersklassen. Das haben wir unterschiedlich gestaffelt: für 3-6-Jährige, für 6-10-Jährige und für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Auch für Erwachsene haben wir einige Angebote:  Da gibt es manchmal die Konzertform und manchmal mehr so eine Art Gesprächsrunde. Wir haben da verschiedene Formate.

Und was macht am meisten Spaß davon?

Das ist eine gute Frage…kann ich eigentlich gar nicht sagen. Mir macht alles Spaß, vor allem in dem Moment wo ich in einem Projekt drin stecke. Vorher denke ich oft: „Oh, noch die ganze Arbeit“, aber wenn ich es dann mache, ist es eigentlich immer super. Das hab ich nur ganz selten, dass mir da etwas nicht gefällt.

Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut, die von ihrer Kollegin Christina Clark und Ihnen verkörpert werden, sind am Aalto-Theater ja längst feste Größen. Wie kam die Idee zu diesen beiden Figuren zustande?

Vor bestimmt 10 Jahren haben Christina Clark und ich zwei Hexen erfunden: die Hexe Kleinlaut und ihre Freundin Crizzy. Das war für 3-6-Jährige, wobei wir kleine Opernformate gemacht haben. Dann haben wir festgestellt, dass das bei den Kindern super ankommt und gedacht: Ok, wir brauchen noch Figuren für die älteren Kinder. Da wollten wir nicht bei den Hexen bleiben, sondern haben uns entschieden, zwei neue Figuren zu entwickeln – und ich denke mal, die Rollen von Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut sind uns auch „auf den Leib geschnitten“. Fräulein Vorlaut ist so eine besserwisserische Lehrerin, die immer Vorträge hält, und Miss Betterknower ist so eine elegante englische „Schnepfe“, die meint, sie wüsste alles besser. Ihre Qualitäten liegen aber mehr so im Bereich Mode und Anekdoten, während Fräulein Vorlaut den wissenschaftlichen Aspekt in alle Sachen reinbringt. Mit den beiden haben wir sehr viele Konzerte für Grundschüler erfunden und haben dann von Erwachsenen die Anfrage bekommen, ob wir nicht mit diesen Figuren auch etwas für die ältere Zielgruppe machen können. So ist die Idee entstanden „It’s Teatime“ anzubieten – ein sehr gut angenommenes Format, mit dem wir Freitagsnachmittags vor Premieren in die neue Operninszenierung einführen.

Ist es schwierig zwischen den Erwachsenen und den Kindern zu trennen?

Ich finde, wenn man mit einem Kind in die Veranstaltung „It’s Teatime“ kommt, dann sind da einfach viele Witze, die für die Erwachsenen relevanter sind. Wenn wir sehen, dass auch viele Kinder unter den Besuchern sind, versuchen wir schon auch darauf einzugehen. Aber man muss schon sagen, dass der Inhalt der Oper oder das Leben des Komponisten nicht so Sachen sind, die so spannend sind für die Kleinen – es sei denn, man bereitet sie speziell für die Kinder und ihren Erfahrungsschatz auf, wie wir es eben in den Formaten für Ihre Altersklassen tun. Übrigens: Wir versuchen immer, unsere Kinderstücke so aufzubereiten, dass alle Spaß daran haben – Kinder, Eltern und natürlich auch wir selbst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das klappt ja auch sehr gut! 

Es macht auch immer sehr viel Spaß 🙂

Danke für das Interview – und grüßen Sie Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut!

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Miss Betterknower (Christina Clark) und Fräulein Vorlaut (Marie-Helen Joël)
 © Saad Hamza

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SERVICE:

Wer Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut live erleben möchte, findet ihre Auftrittstermine und Termine für weitere interessante Einführungsveranstaltungen und Führungen

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Autor
Johanna hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.

Interview mit der Sängerin Elbenita Kajtazi

Elbenita Kajtazi ist seit der Spielzeit 2016/2017 Mitglied des Ensembles am Aalto-Musiktheater. In den letzten Monaten konnte man die junge kosovarische Sopranistin mehrfach auf der Bühne, unter anderem als Adina in „Der Liebestrank“, als Pamina in „Die Zauberflöte“ oder als Barbarina in ,,Die Hochzeit des Figaro“, erleben.

Mit 15 Jahren haben Sie angefangen das Ziel zu verfolgen Opernsängerin zu werden. Wie sind Sie dazu gekommen?

Ich habe schon sehr früh angefangen mich für Musik zu begeistern. Mit sieben Jahren hatte ich bereits mein erstes Kinderkonzert. Mit fünfzehn Jahren besuchte ich ein Musikgymnasium. Dort habe ich eine Aufnahme von Maria Callas gehört und sie wurde zu meinem Vorbild. Im Kosovo gibt es kein Opernhaus, deshalb habe ich mir viele Videos von Opern im Internet angeschaut. Nach der Schule studierte ich vier Jahre Gesang an der Universität in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo.

In der nächsten Spielzeit singen Sie viele spannende Rollen. Auf welche freuen Sie sich am meisten? Gibt es eine Rolle, die Sie besonders herausfordert?

Ich freue mich auf alles! Am meisten freue ich mich, dass ich Violetta in „La Traviata“ singen kann, da Violetta eine sehr anspruchsvolle Rolle ist. Zudem ist Gretel für mich eine spannende Rolle, die aufgrund des deutschen Textes und der darstellerischen Herausforderung für mich schwer zu lernen ist.

Wie bereiten Sie sich und Ihre Stimme auf eine Vorstellung vor?

Vor einer Vorstellung esse ich gut und schlafe sehr viel – mindestens zehn Stunden. Zudem verhalte ich mich sehr ruhig und versuche wenig zu sprechen.

Gibt es Dinge, auf die Sie wegen Ihres Berufes verzichten müssen?

Ja, man muss auch auf Vieles verzichten. Als Opernsängerin hat man kein „normales“ Leben. Ich bin oft alleine und habe wenig Zeit für meine Familie. Mein Mann lebt in Freiburg und wir sehen uns nur selten. Aber die Oper ist für mich wie eine Therapie. Der Applaus nach einer Vorstellung gibt einem ein großartiges Gefühl und der Grund dafür, dass ich auf Vieles gerne verzichte.

Sie habe schon oft auf der Bühne gestanden. Haben Sie trotzdem noch Lampenfieber?

Bei meiner ersten Vorstellung war ich so nervös, dass ich nie wieder auf die Bühne wollte. Mittlerweile ist es für mich normal und ich habe keine Angst mehr auf die Bühne zu gehen, sondern freue mich darauf.

Opern gibt es in vielen verschiedenen Sprachen. Fällt es Ihnen schwer auf anderen Sprachen zu singen?

Ich spreche Albanisch, Englisch, Italienisch und etwas Deutsch. (Anm. d. Red.: Deutsch spricht Elbenita Kajtazi sogar richtig gut!) Schwierigkeiten habe ich mit französischen Texten, da ich die Sprache noch nicht gut kenne. Es ist sehr interessant in unterschiedlichen Sprachen zu singen. Aber es braucht auch viel Zeit den Text zu übersetzen und gut zu verstehen.

Wie wichtig ist für Sie eine glaubwürdige Darstellung der Rollen, die Sie auf der Bühne spielen?

Eine glaubwürdige Darstellung ist für mich sehr wichtig, um Kontakt mit dem Publikum aufzunehmen. Ich versuche alle Rollen sorgfältig zu studieren, indem ich mich frage, was die Person bei den verschiedenen Handlungen fühlt und denkt. Man kann nicht nur spielen es muss echt sein und das Ziel ist es, die „gespielte“ Figur zu sein.

Welche Musik hören Sie in Ihrer Freizeit?

Mein Lieblingssänger ist im Moment Ed Sheeran. Ich höre eigentlich wenig Musik in meiner Freizeit, sondern lese lieber oder gucke viele Filme.

Wie gefällt es Ihnen hier am Aalto-Theater in Essen? Können Sie sich vorstellen noch länger hier zu bleiben?

Hier im Theater gefällt es mir sehr gut und ich werde für die nächste Zeit auf jeden Fall hier bleiben. Hier kann ich große Rollen ausprobieren und die Akustik sowie das Orchester sind großartig. Aber ich möchte später auch noch an vielen anderen Opernhäusern singen.

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Autoren:

Tabea macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet mit Lioba, die bereits im Oktober bei uns war und uns als Praktikantin nun wieder unterstützt, von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.

Abgetaucht – Ich bin dann mal weg!

Die beiden Freundinnen Crizzy und Hexe Kleinlaut freuen sich schon auf ihren gemeinsamen Urlaub am Meer … Es gibt nur ein Problem: Hexe Kleinlaut leidet unter einer schrecklichen „Aquaphobie“. Die Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren helfen Crizzy dabei, Kleinlauts Angst vor dem Wasser zu überwinden.

„Wo der Spaß anfängt, da hört die Angst auf“

Bei uns wird der wasserscheuen Hexe mit Spiel, Spaß und Musik die Angst vor dem vielfältigen Element Wasser genommen! Oft ist uns gar nicht bewusst, wie oft wir Wasser in unserem Alltag begegnen. Gemeinsam entdecken die Kinder, wie unterschiedlich Wasser schmecken und aussehen kann. Wie Hexe Kleinlaut erfährt, kann Wasser nicht nur gefährlich sein, sondern ist lebenswichtig für alle Menschen, Tiere und Pflanzen auf unserem Planeten.

„Wasser kann auch klingen“

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Rauschende Wellen, prasselnder Regen oder ein tropfender Wasserhahn … Wasser klingt nicht immer gleich. Mit Wassertrommeln, die aus Kürbissen gebaut werden (Kalebasse) und mit Flaschenflöten kann sogar mit Wasser Musik gemacht werden. Mit einem Sound-Rätsel können sich die jungen Zuschauer aktiv am Geschehen beteiligen und ihre Lauscher auf die Probe stellen. Es wurden Klospülungen, plätschernde Seeufer, Wasserfälle und viele weitere Geräusche, die mit Wasser zu tun haben, vertauscht und erraten 🙂

Dann wollen Crizzy und Hexe Kleinlaut wissen, wie das Wasser eigentlich in den Himmel kommt … Mit einem Lied und einem Mitmach-Rap lernen die Kinder den Weg des Wassers von der Erde in den Himmel – und wieder zurück – kennen.

Dann ist es endlich so weit und Hexe Kleinlaut lernt Schwimmbewegungen!

Jetzt steht dem gemeinsamen Sommerurlaub von Crizzy und Hexe Kleinlaut nichts mehr im Weg und beide freuen sich darauf, sich im Meer, Badesee oder Freibad abzukühlen.

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Autoren:

Tabea macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet mit Lioba, die bereits im Oktober bei uns war und uns als Praktikantin nun wieder unterstützt, von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.