Zollverein – die schönste Zeche der Welt

„Glück auf“ hieß es am 20. Februar wieder einmal auf der Zeche Zollverein!

Hexe Kleinlaut sorgte mit ihrer Freundin Crizzy für gute Unterhaltung und mächtig viel Begeisterung bei Groß und Klein!

Zum Anlass der nun dreißigjährigen Schließung der schönsten Zeche der Welt wurde den Kindern zweier Gruppen mit je knapp 170 Personen ein musikalischer Einblick in die Welt unter Tage ermöglicht. Lernen konnten alle neugierigen Zuschauer etwas über Arbeitsabläufe auf einer Zeche, Gefahren tief unter der Erde oder die Entdeckung der Steinkohle bei uns im Pott. Auch spezifische Begriffe aus der Bergmannssprache konnte das junge Publikum in einem gemeinsamen Ratespiel kennenlernen – selbst den Großen unter uns waren vielleicht einige Begriffe unbekannt …

Durch verschiedene Songs zum Mitmachen, die größtenteils neu für dieses Programm komponiert worden sind, wurde es nie langweilig und am Ende durften – wie immer – alle Kinder ein Foto mit der beliebten Hexe und ihrer verrückten Freundin machen.

__________________________________________________________________

Autor

Sarah studiert Grundschullehramt und macht in ihren Semesterferien ein vierwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik. Hier schreibt sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Stöbern im Aalto

Wer von euch hat es als Kind nicht geliebt, sich zu verkleiden und in die Rolle eines anderen zu schlüpfen? Zum Beispiel in die einer prunkvollen Prinzessin, eines tapferen Polizisten oder einer bösen Hexe. Für diese Zwecke durfte eine vollgepackte Verkleidungskiste natürlich nicht fehlen 🙂 Doch die Verkleidungskiste des Aalto-Theaters übertrifft mit Sicherheit alle eure Vorstellungen!

Im Aalto-Theater werden die Kostüme nämlich nicht einfach in ein paar Kisten, sondern im sogenannten Fundus gelagert (wovon es sogar mehrere gibt). Und um sich da auch gut orientieren zu können, sind die Kostüme nach bestimmten Kategorien geordnet: zum Beispiel nach Epochen oder Themen. Zusätzlich gibt es einzelne Kleiderstangen- und Schrankabteilungen für Nachtmode, Unterwäsche oder Oberhemden. Außerdem gibt es eine riesige Auswahl an Brillen, Hüten, Regenschirmen und Taschen.

 

Schuhe sind zudem in einem zusätzlichen Fundus gelagert. Ein wahres Schuhparadies! Ein Schuhliebhaber würde in diese „heiligen Hallen“ wahrscheinlich am liebsten einziehen 🙂

Auch die Schuhe werden nicht wild gesammelt, sondern sind ordentlich sortiert (nach Art, Farbe und Größe), sodass die entsprechenden Schuhe immer schnellstmöglich gefunden werden können.

__________________________________________________________________

Autoren

Felicitas und Sophie machen ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und der Kostümabteilung und schreiben über ihre Erlebnisse am Aalto-Theater.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

… So geht es auch den großen Künstlern des Theaters!

Tänzer, Sänger, Musiker: sie alle müssen ihre Stücke gut einstudieren und proben, um auf der Bühne nichts zu vermasseln. Dabei kann es schnell passieren, dass man eine einzelne Szene oder Passage immer und immer wieder durchgeht, bis sie endgültig sitzt. Das nehmen die Künstler gern in Kauf und haben für gewöhnlich sogar Spaß dabei. Hauptsache das Publikum bekommt eine toll ausgearbeitete Vorstellung zu sehen und zu hören.

Wir hatten die Möglichkeit bei jeweils einer Ballett-, Orchester- und Opernprobe dabei zu sein.

Ballett

In der von uns besuchten Bühnenprobe wurde ein Tanzstück aus dem Ballett 3 By Ekman geprobt. Dieses besteht aus insgesamt drei Werken: ‚Flockwork‘, ‚Tuplet‘ und ‚Tyll‘. Wir hatten die Gelegenheit, uns die Probe von ‚Tyll‘ anzuschauen. ‚Tyll‘ lässt klassischen Spitzentanz auf modernen Witz und Videoleinwände treffen.

Nach einer kurzen Aufwärmung wurde dieser Teil ein komplett durchgetanzt. Danach korrigierte der Choreograph – bzw. derjenige, der die Choreographie mit den Tänzern einstudierte – einige Stellen und wiederholte diese mehrmals mit den Tänzern.

Auch wenn es keine Probe mit Maske und Kostüm war, trugen die Tänzerinnen Tutus, die lediglich bei Proben getragen werden aber nicht später bei Vorstellungen auf der Bühne. So können die Tänzerinnen sich bereits an die Form der Kostüme gewöhnen.

16195017_1448103085222173_7456068133379715634_n_bettina_stos

Orchester

Wir haben die Probe des 6. Sinfoniekonzerts in der Philharmonie besucht: Die Tondichtung ‚Ein Heldenleben‘ von Richard Strauss, durch die man die verschiedenen Emotionen einer Heldengeschichte erlebt.

Zuerst spielte das Orchester die Sätze durch und „putzte“ dann – nach und nach – die Stellen, die dem Dirigenten noch nicht gefielen.

Nach der Pause probte ein Teil des Orchesters das Oboenkonzert von Bohuslav Martinů. Auch hier wurden noch Dinge verbessert, da zeitweise die Streicher beispielsweise zu laut waren und so das Oboensolo übertönten.

16423099_1358241604238995_8558429021837898989_o_saad_hamza

© Saad Hamza

Oper

Im Rahmen der Probe Carmen von Georges Biszet, die wir auf einer der Probebühnen besuchten, wurden drei verschiedene Szenen mit der Darstellerin der Figur Micaëla geprobt.

Zu Beginn haben die Sänger ihre Texte gemeinsam durchgesprochen und daraufhin erklärte die Regieassistentin ihnen genau, was sie zu tun haben. Dazu gehört zum Beispiel: Wann bewegen sich die Sänger wohin? Welche Bewegungen müssen wie ausgeführt werden, damit bestimmte Emotionen unterstrichen werden?

Wir waren sehr überrascht, wie akribisch und detailliert die Künstler an einzelnen Handlungen arbeiten. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie viele Dinge Sänger gleichzeitig beachten müssen: den Texte auswendig können, die Musik kennen, die Sprache beherrschen, die richtige Gestik und Mimik passend einsetzen.

Da es sich um eine Opernprobe handelte, wurden die Sänger natürlich musikalisch begleitet. Anstelle eines großen Orchesters hat ein Pianist für die instrumentale Begleitung gesorgt und hat – ebenso wie die Souffleurin – am Ende den Darstellern Korrekturen gegeben.

1065_1424_carmen3_matthiasjung

© Matthias Jung

Die Proben waren zwar alle völlig verschieden doch in einer Sache gleichen sie sich alle: Es wird wiederholt und verbessert, bis das Ergebnis perfekt ist!

__________________________________________________________________

Autoren

Felicitas und Sophie machen ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und der Kostümabteilung und schreiben über ihre Erlebnisse am Aalto-Theater.

 

Jeanshose, Rock oder Ballkleid?

Zunächst einmal: Es gibt keine festen Regeln, was bei einem Theaterbesuch getragen werden muss! Jeder Zuschauer kann sich so (schick oder auch nicht schick) anziehen, wie er mag.

Einigen Leuten macht es bestimmt Spaß, sich speziell fürs Theater in Schale zu schmeißen und das schönste Kleid anzuziehen, sowie das glamouröseste Make-Up aufzutragen. Beim wöchentlichen Einkauf würde man schließlich doch schräg angeguckt werden, wenn man im Ballkleid in den Supermarkt geht 😉

Aber warum sollte man sich schick anziehen, wenn es im Zuschauerraum doch eh dunkel ist und niemand das ausgewählte Outfit sehen kann? Nun ja, es gibt schließlich immer noch Pausen und eine Zeit , bevor die Vorstellung beginnt. Da kann man sich im Foyer bei bester Beleuchtung den anderen Zuschauern zeigen.

abschlussfest_festtage_kunst5_zander_lukas-60

© Lukas Zander

Außerdem zeugt eine vornehme Kleiderwahl von Wertschätzung des Theaterbesuchs und von Würdigung der künstlerischen Arbeit; man zeigt, dass man die Vorstellung und die Kunst auf der Bühne ernst nimmt und das Ereignis für wichtiger hält als einen Fernsehabend auf dem Sofa.

Allerdings stellt sich noch die Frage, warum man für Theater-, Opern- und Ballettbesuche  das Bedürfnis hat sich „aufzuhübschen“, für Kinobesuche aber für gewöhnlich nicht. Schließlich könnten Theaterbesuche doch genauso alltäglich sein wie ein Abend im Kino. Vom Prinzip her ist es sehr ähnlich: Man kauft sich Karten, holt sich noch ein Getränk (und zusätzlich Popcorn) und setzt sich mit anderen Menschen gemeinsam in einen Zuschauerraum. So weit, so gut. Dann kommt es allerdings zum entscheidenden Unterschied zwischen Theater- und Kinobesuch. Im Theater ist alles live. Jede Vorstellung ist aufs Neue anders und die Künstler stehen wirklich vor einem und strengen sich für das Publikum an. Im Kino wird „lediglich“ ein Film gezeigt, der gedreht wurde und nun beliebig oft wiederholt werden kann. Da mir persönlich der Live-Charakter bei einem Kinobesuch fehlt, ziehe ich mich bei diesem genauso an, wie in der Schule. Wenn ich dann allerdings ins Theater gehe, achte ich schon auf eine halbwegs schicke Kleiderwahl.

Im Großen und Ganzen finde ich, dass es für einen Theaterbesuch angemessen ist, einen Rock mit einer Bluse oder eine Hose mit einem schicken Oberteil zu kombinieren und nicht einfach in einer Jogginghose mit Schlabbershirt aufzukreuzen. Und so scheinen es die meisten Besucher auch zu halten, wie diese Aufnahme aus dem Foyer verdeutlicht:

abschlussfest_festtage_kunst5_zander_lukas-61

© Lukas Zander

Letztendlich darf aber natürlich jeder für sich entscheiden, wie er sich für einen Abend im Theater kleidet.

__________________________________________________________________

Autor
Felicitas ist regelmäßige Teilnehmerin von JOTA und von nun an auch Autorin im Rahmen dieses Blogs.

Neues Jahr, neuer JOTA-Termin!

Nächsten Montag treffen wir uns das erste Mal in 2017 und wollen zusammen mit euch in eine Probe von Rigoletto reinschnuppern. Ihr denkt, dass ihr Rigoletto nicht kennt? Wir wetten, dass ihr die Musik mit Sicherheit schonmal gehört habt. Aber dazu kommen wir am Montag 😉

Hier mal ein kleiner Tipp vorab, woher ihr einen kleinen Ausschnitt der Oper bereits kennen könntet:

Unbenannt.png

Zwar feiern wir erst nächste Woche Samstag Premiere, können aber vorher bereits einen Blick in die Klavierhauptprobe – kurz KHP – werfen. In dieser Probe wird das erste Mal die gesamte Ausstattung zusammengefügt und wird bestenfalls so aussehen, wie auch bei der Premiere: Beleuchtung, Kostüm, Maske, Requisite, und, und, und.

„KHP“ bedeutet übrigens, dass es keine Orchestermusik geben wird und die Sänger lediglich von einem Pianisten auf dem Flügel begleitet werden. Mit etwas „Glück“ (jedenfalls für uns) wird die Probe aber bestimmt mal unterbrochen und wir können sehen und hören, was der Regisseur sich anders vorstellt, wie die Sänger auf der Bühne arbeiten oder wie Umbauten ablaufen. In Klavierhauptproben gibt es nämlich manchmal noch Einiges, was verbessert wird.

Im Anschluss wollen wir uns mit euch zusammensetzen und Fragen beantworten sowie gesammelte Eindrücke besprechen. Kritikpunkten und Anmerkungen sind keine Grenzen gesetzt und wir können jegliche Beobachtung innerhalb unserer Gruppe diskutieren, wie beispielsweise: „Warum passiert dieses oder jenes?“, „Was macht er oder sie an dieser Stelle?“, „Das hat mir gefallen, was anderes wiederum überhaupt nicht.“ Wir reden einfach über alles, was euch in den Sinn kommt 🙂

Zur Einstimmung könnt ihr hier nochmal das Plakat sehen. Auch darüber können wir am Montag gemeinsam quatschen.

15419576_1348999808453342_2542327184542723826_o

Plakat zu Verdis Rigoletto im Aalto-Theater in der Inszenierung von Frank Hilbrich

 

Macht euch auf was gefasst!

Wir freuen uns schon!

… es weihnachtet sehr!

Wir sind schon völlig im Weihnachtsfieber. Für Vorstellungen haben wir zig Mal Bäume geschmückt, für die Wunschbaum-Aktion Geschenke gesammelt und uns für die Weihnachts-Teatime mit festlichen Bräuchen beschäftigt. Jetzt kann es auch bei uns Zuhause losgehen und im Kreise der Familie gefeiert werden.

Im nächsten Jahr geht es dann weiter mit Abenteuern rund um das Theaterleben: Ihr könnt euch schon auf unseren nächsten JOTA-Termin am 16. Januar freuen. Da wagen wir mit euch nämlich einen Blick in die Klavierhauptprobe von „Rigoletto“. Und es gibt noch einen weiteren Grund sich auf 2017 zu freuen, denn wir nehmen „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ wieder auf! Wir sind selber schon ganz aufgeregt und freuen uns auf „Prinzen, Hexen und andre Spinner“ 😉

Und falls ihr verpennt habt einen Weihnachtsbaum zu kaufen, haben wir im Rahmen unseres 23. Adventskalendertürchens noch einen Tipp für euch, wie ihr kurzfristig einen bekommt:

 

15665467_1275829992491264_2056821856424804496_n

Wir wünschen euch frohe Weihnachten und einen fabelhaften Start ins Jahr 2017!

Eure Aalto-Abenteurer Marie-Helen und Sandra

neues-bild

„Stille Nacht“ … von wegen!

Jedes Jahr aufs Neue glaubt man an eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und dann ist es soweit: Der 1. Advent steht vor der Tür, die Feiertage rücken immer näher und man weiß nicht mehr so richtig, wo einem der Kopf steht. Bei uns ist das ganz genauso, denn wir können nicht genug von Weihnachtsvorbereitungen bekommen und stürzen uns von einem Abenteuer ins nächste.

Beispielsweise haben wir seit eineinhalb Wochen einen Wunschbaum im Foyer des Aalto-Theaters stehen. In Zusammenarbeit mit dem Diakoniewerk Essen hängen an diesem Baum Wünsche von Kindern, dessen Familien in Essen Zuflucht gefunden haben. Jeder Besucher kann sich einen Wunsch (oder auch mehrere) mitnehmen, diesen erfüllen und verpackt an uns zurückbringen. In den Tagen vor Heiligabend holt die Diakonie die Geschenke ab und übergibt diese rechtzeitig zu Weihnachten. Nicht nur, dass das Projekt an sich eine tolle Sache ist, war es eine große Freude den riesigen Baum zu schmücken und die liebevoll eingepackten Geschenke wieder zu empfangen. Wer kommt schließlich nicht beim Schmücken eines Baums in Weihnachtsstimmung? 🙂

Tja, und was benötigt man noch, um sich auf Weihnachten vorzubereiten? Na klar, einen Adventskalender! Da sich Schokolade aber nur schwer digital an jeden verschicken lässt, haben wir uns für Videos entschieden. Wir trommeln dafür unsere lieben Kollegen aus allen möglichen Abteilungen des Theaters zusammen und erstellen einen eigenen Adventskalender mit weihnachtlichen Kurzvideos. Die Vorbereitung nimmt zwar deutlich mehr Zeit in Anspruch als wir dachten, macht aber dafür auch viel mehr Spaß als wir dachten. Nun geistern wir durchs Haus und filmen die verrücktesten Videos. Hier könnt ihr übrigens unseren digitalen Adventskalender anschauen und die Türchen öffnen:

Aalto-Adventskalender

Neben diesen weihnachtlichen und spaßmachenden Specials steht natürlich auch unsere alltägliche Arbeit auf dem Programm, die wir auch mit weihnachtlichen Themen füllen konnten.

So waren wir vergangenen Freitag auf Zollverein und hatten dort eine Doppelvorstellung von „Morgen Kinder wird’s was geben“. Ein Weihnachtsprogramm mit Flügel, Geige und natürlich Hexe Kleinlaut, die eine musikalische Schneeballschlacht veranstaltet hat.

15355691_1249119368495660_1662853181236919294_n15319059_1249119375162326_9168669775952805254_n

Ihr könnt sehen: Auch dort haben wir wieder geschmückt und gebastelt, was das Zeug hält.

Wir sind auf jeden Fall in bester Stimmung und Weihnachten kann kommen. Bäume schmücken, Geschenke verpacken und Weihnachtslieder singen haben wir jedenfalls drauf 😉

Advent, Advent – Wer hat’s verpennt?

Ihr denkt, wir sind zu früh dran? Papperlapapp! In neun Tagen ist schließlich schon der 1. Advent. Und zack: plötzlich ist Weihnachten! Das geht immer schneller als man denkt.

Deshalb haben Fräulein Vorlaut, Miss Betterknower und Mister Chris(tmas) alle Weihnachtsbegeisterten frühzeitig auf die bevorstehende Zeit eingestimmt. Und wie stimmt man am besten auf Weihnachten ein? Mit der Vorfreude! Und so gab es viele Tipps, wann man wo die meisten Geschenke absahnen kann.

15068980_1197016970384188_3959923877105244725_o

© Saad Hamza

Die beiden Madämchen starten ihre Weihnachtsweltreise am 5. Dezember in Belgien, reisen sofort nach der Bescherung in die Niederlande und dann wird Plätzchen gebacken, um sich die Zeit bis Heiligabend zu verkürzen. Am 24. Dezember startet die Bescherung um 12 Uhr mittags in Finnland, abends dann in Deutschland, Ungarn, Tschechien, Spanien, usw. (wobei man in Spanien ein sogenanntes Scheißerle* sehen kann) und um 24 Uhr werden in Mexiko die Geschenke verteilt. Miss Betterknower besteht auf ihre Bescherung am 1. Weihnachtstag in England, Herr Chris träumt von der Bescherung in der Silvesternacht auf Zypern und für den 7. Januar schlägt Fräulein Vorlaut noch einen Abstecher nach Russland vor.

neues-bild-1

Hat man also einen guten Reiseplan, kann man ganz schön viele Geschenke bekommen und verschiedenste Weihnachtsbräuche kennenlernen. Schließlich kommt nicht überall auf der Welt das Christkind oder der Weihnachtsmann zum Einsatz, sondern unter anderem auch Yulemen (isländische Trolle), Tonttus (finnische Wichtel) oder Väterchen Frost (Russland).

Ihr seht: Andere Länder, andere Sitten. Doch letztendlich haben alle den gleichen Grund zu feiern: Und zwar die Geburt von Jesus Christus! Dieser Geburtstag ist bekanntermaßen auch ein guter Anlass, um gemeinsam zu singen. Und so schmetterten wir alle zusammen bekannte Weihnachtslieder. Von „Ihr Kinderlein, kommet“ über „Oh, Tannenbaum“ bis „Jingle Bells“ wurde lauthals mitgesungen.

Weihnachten kann kommen! Auf jeden Fall sind wir in bester Stimmung und super vorbereitet.

 

* Ja, ihr habt richtig gelesen: ein Scheißerle! So nennt man eine Figur, die sich im Umfeld der Geburt Jesu erleichtert und mit herunter gelassener Hose in der Hocke sitzt. Warum es diese Figur in die heilige Szenerie einer Krippe geschafft hat, ist nicht bekannt. Ist aber doch auch egal, wir finden es lustig 😉

Idee, Entwurf und … Wow!

Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie lange dauert es von der Idee bis zum Ergebnis? Was muss man gelernt haben, um Bühnenbilder entwickeln zu können? – Fragen über Fragen. Wir haben die Antworten 🙂

Vergangenen Montag fand unser Junger Opern Treff Aalto (kurz: JOTA) statt und wir konnten eine Menge über die Entstehung eines Bühnenbildes hören und sehen. Zu Gast war Andreas Schwark (seit dieser Spielzeit Produktionsleiter in der Ausstattung am Aalto-Theater), der uns anhand eines Bühnenmodells für die Oper „Hercules“, die im Jahre 2010 auf unserer Bühne Premiere gefeiert hat, viel Spannendes über seine Arbeit erzählen konnte. Und auch Marie-Helen konnte reichlich Hintergrundinformationen liefern, da sie selbst in „Hercules“ gesungen hat und somit das Bühnenbild in- und auswendig kennt. So konnten wir durch sie erfahren, dass einige Wände des Bühnenbildes aus einer vorherigen Oper übernommen und bearbeitet werden konnten. Das erkennt natürlich niemand mehr, ermöglicht dem Theater aber Geld zu sparen und eine pompöse Kulisse auf die Beine zu stellen.

Ist die Idee im Kopf, wird diese als Modell greif- und anschaubar gemacht:

Dann wird dieses Modell im Rahmen einer Bauprobe auf die Bühne gebracht. Hierbei geht es noch nicht darum, eine finale Szenerie zu haben, sondern vielmehr darum, dass die entworfene Kulisse ausprobiert wird: Ist die Idee umsetzbar? Wie kann Licht eingesetzt werden? Sind entworfene Details vielleicht zu groß oder unpassend? Muss beim Bau der massiven Kulisse was verändert werden? Schließlich ist ein Bühnenbild nicht einfach nur ein Bühnenbild, das den Hintergrund für eine Inszenierung formt, sondern ein künstlerischer Teil der gesamten Inszenierung.

herkules-bp-17

Sobald alles Geplante feststeht, geht das entsprechende Modell mit den passenden Konstruktionsplänen in die Werkstätten (Schreinerei, Schlosserei, Malerei, etc.) und dort wird dann gewerkelt und gebaut:

In den Hauptproben werden nicht nur Musik, Gesang und Beleuchtung unter die Lupe genommen, sondern auch das Bühnenbild. Bis kurz vor der Premiere sind im Notfall noch kleine Änderungen möglich, die die Werkstätten durchführen können. Bestenfalls kann dann aber schon alles so bleiben, wie es ist.

Und „schon“ ist ein Bühnenbild fertig!

Fakten im Überblick:

  • Von der Idee bis zur Premiere dauert es für gewöhnlich bis zu zwei Jahre.
  • Idee – Modell – Bauprobe – Werkstätten – Bühnenproben – Premiere
  • Teilweise können Materialien aus Bühnenbildern von bereits abgespielten Opern übernommen werden.
  • Ein Studium ist empfehlenswert, regemäßige Praktika ein Muss.
  • Das Bühnenbild ist nicht bloß ein schöner Hintergrund, sondern eine eigene künstlerische Arbeit.
  • Zeichnen, Pläne lesen und ein Verständnis von Technik sind erforderlich.

Türen, Türen, Türen

Wo musste ich nochmal hin? Welche Tür sollte ich nehmen? Die sehen doch alle gleich aus…

Direkt am ersten Tag meines Praktikums wurde mir klar: Im Aalto-Theater gibt es Türen über Türen. Zig Varianten von Türen und letztendlich sehen doch fast alle gleich aus, wenn man vor Ihnen steht.

Will man das Gebäude über den Bühneneingang betreten, muss man erstmal drei Glastüren passieren, um allein nur bis zu den aushängenden Probenplänen zu gelangen. Hinzu kommen all die langen und gleich aussehenden Flure mit grauen Türen. Diese Türen sind nicht einfach nur links und rechts an jeder Seite des Flurs, sondern gefühlt an allen Ecken und Enden:

14976381_1202615186479412_5906116070395761536_o

14883437_1202614969812767_3999080478060368305_o

Lediglich die Kennzeichnung der Treppenhaustüren fällt farbig aus (grün, gelb, blau und lila). Außerdem handelt es sich bei diesen Türen um schwere und sehr massive Brandschutztüren.

Neben den „normalen“ Türen, gibt es auch Aufzugtüren. Auch hier wieder für jedes Treppenhaus ein Aufzug in entsprechender Farbe und zusätzlich zwei Lastenaufzüge. Der verhältnismäßig kleine Lastenaufzug kann bis zu 3.200 kg transportieren und verfügt über zwei (circa 2,50m hohe) Schwenktüren. Der große Lastenaufzug schafft es, ganze 22.000 kg zu transportieren und ist mit acht Meter hohen Türen ausgestattet. Das heißt, dass in diesen Aufzug ein gesamter LKW hineinpasst.

Doch nicht nur die Türen dieses Lastenaufzugs sind so hoch, sondern auch die Brandschutztüren, die beispielsweise ermöglichen, dass Kulissen auf schnellstem Wege auf die Bühne gebracht werden können. Wobei es insbesondere auf der Bühnenebene viele verschiedenartige Türen gibt: Normalgroße, Extrabreite, Extrahohe, Brandschutztüren…

Zwar sind die Türen im Backstage-Bereich zahlreich, doch im Vorderhaus sind sie besonders spannend. Dort gibt es nämlich sowohl doppelte Türgriffe an den Eingangstüren, damit auch die kleinsten Besucher die Türen eigenständig öffnen können, als auch Türen zum Zuschauerraum, die mit Pferdehaar bespannt sind.

Ist man nur kurz am Aalto-Theater ist es nahezu unmöglich sich bei all den Türen zurechtzufinden, wenn auch einige Wegweiser im Hause zu finden sind, an denen man sich entlanghangeln kann.

Wie viele Türen es wohl insgesamt im Aalto-Theater gibt? Auf diese Frage hatte niemand eine Antwort für mich… Vielleicht ist das auch eines der großen Geheimnisse des Hauses 😉

_________________________________________________________________

Autor
Luca macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet von seinen Erlebnissen am Aalto-Theater.