„Stars“ zu Gast im Hause Aalto

Wer als Kind im Publikum von Starlight Express gesessen hat, träumte mit Sicherheit selbst davon ein großartiger Rollschuhfahrer und begnadeter Sänger zu werden – so wie Andreas Wolfram, der unter anderem als „Elektra“ durch die Kurven raste und nun am Aalto-Theater gastiert. Auch Henrik Wager – ein weiterer Musical-Promi, bekannt aus Jesus Christ Superstar oder der Rocky Horror Show (zuletzt in Gelsenkirchen) – reist exklusiv aus Italien an. Neben Tim Hüning – einer der Hauptdarsteller von Ich war noch niemals in New York – ist auch Jana Stelley mit unter den Star-Gästen hier am Aalto-Musiktheater vertreten. Sie ist ebenfalls durch große Rollen verschiedener Musicals, wie zum Beispiel als „Glinda“ in Wicked, als „Frenchy“ in Grease oder als „Penny Pingleton“ Haispray, bekannt geworden.

Grund ihrer Anreise ist die Wiederaufnahme des Musicals „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“. Als Musicaldarsteller schlüpfen Stelley („Froschprinzessin“), Hüning („tapferes Schneiderlein“), Wager („Kaiser ohne Kleider“) und Wolfram („Rumpelstilzchen“) in vier der Hauptrollen dieses Musicals, das nun die erste Wiederaufnahme – nach der erfolgreichen Premiere in der vergangenen Spielzeit – feiert. Die beiden anderen Hauptrollen der „Aschenputtel“ und des „Schneewittchens“ besetzen die Ensemblemitgliedern Christina Clark und Marie-Helen Joël. Letztere schrieb das Musical selbst, während ihr Mann die Musik dazu komponierte und arrangierte.

Was für ein Aufwand nötig ist bis es wirklich wieder auf der Bühne losgehen kann, glaubt mir nun sicher niemand! So muss das gesamte Stück in vielen Proben zunächst einmal wieder einstudiert werden. Es gibt musikalischen Proben, in denen unter Anleitung des musikalischen Leiters alle Lieder gesungen und die Sänger noch verbessert werden können. Dann gibt es szenische Proben, in denen das Stück wieder zusammengesetzt wird und sich jeder Darsteller genau merkt, wann er wie, wo oder was etwas tut. Zu guter Letzt geht es dann auf die Bühne, auf der auch noch einige Male geprobt wird, bis die Wiederaufnahme starten kann und das Publikum in den Zuschauerraum strömt. Wichtig dabei ist, dass alle Proben rechtzeitig angemeldet und Requisiten und Kostüme bestellt werden. Schließlich müssen alle Handgriffe genau sitzen, bevor die Vorstellung beginnt und das geht nur, wenn die Darsteller mit ihren Kostümen, den Requisiten und dem Bühnenbild vertraut sind.

Wenn ich jetzt sehe, was alles beachtet werden muss, um so ein Musical auf die Beine zu stellen, werde ich ganz blass vor Neid vor denen, die das beruflich machen! Es gibt hier wirklich viel zu erleben und es ist wahnsinnig spannend bei Proben und Vorstellungen zu sehen, was hinter den Kulissen alles abläuft und geschieht!

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Autor

Sarah studiert Grundschullehramt und macht in ihren Semesterferien ein vierwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik. Hier schreibt sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Türen, Türen, Türen

Wo musste ich nochmal hin? Welche Tür sollte ich nehmen? Die sehen doch alle gleich aus…

Direkt am ersten Tag meines Praktikums wurde mir klar: Im Aalto-Theater gibt es Türen über Türen. Zig Varianten von Türen und letztendlich sehen doch fast alle gleich aus, wenn man vor Ihnen steht.

Will man das Gebäude über den Bühneneingang betreten, muss man erstmal drei Glastüren passieren, um allein nur bis zu den aushängenden Probenplänen zu gelangen. Hinzu kommen all die langen und gleich aussehenden Flure mit grauen Türen. Diese Türen sind nicht einfach nur links und rechts an jeder Seite des Flurs, sondern gefühlt an allen Ecken und Enden:

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Lediglich die Kennzeichnung der Treppenhaustüren fällt farbig aus (grün, gelb, blau und lila). Außerdem handelt es sich bei diesen Türen um schwere und sehr massive Brandschutztüren.

Neben den „normalen“ Türen, gibt es auch Aufzugtüren. Auch hier wieder für jedes Treppenhaus ein Aufzug in entsprechender Farbe und zusätzlich zwei Lastenaufzüge. Der verhältnismäßig kleine Lastenaufzug kann bis zu 3.200 kg transportieren und verfügt über zwei (circa 2,50m hohe) Schwenktüren. Der große Lastenaufzug schafft es, ganze 22.000 kg zu transportieren und ist mit acht Meter hohen Türen ausgestattet. Das heißt, dass in diesen Aufzug ein gesamter LKW hineinpasst.

Doch nicht nur die Türen dieses Lastenaufzugs sind so hoch, sondern auch die Brandschutztüren, die beispielsweise ermöglichen, dass Kulissen auf schnellstem Wege auf die Bühne gebracht werden können. Wobei es insbesondere auf der Bühnenebene viele verschiedenartige Türen gibt: Normalgroße, Extrabreite, Extrahohe, Brandschutztüren…

Zwar sind die Türen im Backstage-Bereich zahlreich, doch im Vorderhaus sind sie besonders spannend. Dort gibt es nämlich sowohl doppelte Türgriffe an den Eingangstüren, damit auch die kleinsten Besucher die Türen eigenständig öffnen können, als auch Türen zum Zuschauerraum, die mit Pferdehaar bespannt sind.

Ist man nur kurz am Aalto-Theater ist es nahezu unmöglich sich bei all den Türen zurechtzufinden, wenn auch einige Wegweiser im Hause zu finden sind, an denen man sich entlanghangeln kann.

Wie viele Türen es wohl insgesamt im Aalto-Theater gibt? Auf diese Frage hatte niemand eine Antwort für mich… Vielleicht ist das auch eines der großen Geheimnisse des Hauses 😉

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Autor
Luca macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet von seinen Erlebnissen am Aalto-Theater.