Feueralarm!

Bevor gestern die öffentliche Bühnenorchesterprobe von „Don Quichotte“ begann, wurden wir – die Zuschauer der Ballettprobe – vorgewarnt, dass wir im Anschluss an die Probe in eine Überraschung involviert sein würden. So saßen wir in gewisser Form vorbereitet, letztendlich aber doch nichtsahnend von dem, was wirklich auf uns zukommen würde, im Zuschauerraum und sahen gespannt der Probe zu und lauschten den Orchesterklängen.

Gegen 13.30 Uhr wurden dann Böller auf der linken Seitenbühne zum Knallen gebracht und mit einer Nebelmaschine wurde Qualm erzeugt. Über die Lautsprecher wurden die Gäste der öffentlichen Probe und alle Mitarbeiter des Theaters gebeten, das Gebäude zu verlassen. Gerade als wir den Zuschauerraum hinter uns ließen, konnten wir aus dem Augenwinkel noch sehen, wie der Eiserne Vorhang zugefahren wurde. Kurze Zeit nach der Räumung des Gebäudes trafen zahlreiche Feuerwehrautos mit Martinshorn und Blaulicht ein, sodass teilweise sogar Straßen gesperrt werden mussten. Kurz darauf kamen dann auch die Johanniter und die Polizei.

Draußen auf der Wiese vor dem Haupteingang klärte sich sehr schnell, dass es sich lediglich um einen Probealarm handelte, doch in Anbetracht dessen, was theoretisch geschehen könnte, sahen ein paar der versammelten Leute wirklich erschrocken aus.

Der Härtefall wurde bis ins kleinste Detail inszeniert und geprobt. Sogar die Presse war vor Ort und Sprecher des Theaters gaben Statements ab, es wurden Versorgungszelte aufgebaut und die Feuerwehr durchkämmte das Gebäude nach „Verletzten“. Die gab es nämlich, wenn auch natürlich nur geschminkt und bewusst in verschiedenen Räumlichkeiten des Hauses versteckt, damit diese von der Feuerwehr gesucht, gerettet und von den Johannitern verarztet werden konnten.

Das ganze Szenario dauerte gute eineinhalb Stunden, die wir seelenruhig abwarten mussten, bis wir letztendlich zurück an unsere Arbeitsplätze konnten – wenn auch gestärkt mit ausgegebenen Trinkpäckchen der Johanniter 🙂

_________________________________________________________________

Autor
Luca macht ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet von seinen Erlebnissen am Aalto-Theater.