Die Wiederaufnahme der Zaubertröte: Wie man eine vorlaute Oper auf die Bühne bringt

Vor hunderten Zuschauern auf einer riesigen Bühne werden im Aalto Theater unter anderem große Opern und Ballettklassiker gespielt. Aber auch eigene Stücke werden hier produziert. So steht auf dem Spielplan zwischen Schwanensee und Troubadour „Die Zaubertröte“, ein Stück das in diesem Haus selbst geschrieben wurde.

In dem Stück, dass 2013 Premiere feierte und jetzt wiederaufgenommen wird, findet sich der mutige Jüngling Tamino aus der Oper „Die Zauberflöte“ in dem Kostümfundus des Aalto-Theaters wieder. Dort wird er erstmal von Fräulein Vorlaut und Miss Betterknower unter die Lupe genommen. Auch ein Maskenbildner und ein Hausmeister kommen dazu. Alle gemeinsam hinterfragen sie die Geschichte von Mozarts Oper, ihren Helden und warum sich Taminos Zauberflöte eher anhört wie eine Zaubertröte.

In der Zeit meines Praktikums an diesem Haus konnte ich bei einigen Proben und der Wiederaufnahme des Stückes dabei sein. In der Woche vor der Vorstellung waren schon ein paar Einzelproben von Tamino und Fräulein Vorlaut, die gemeinsam Taminos Text durchgegangen sind. Doch die wirklichen Proben gingen erst in der Woche der Aufführung los:

MONTAG:

11:00-13:00 Uhr: Lese- und Gesangsprobe, Probebühne 1. Die Besetzung der Zaubertröte ist gemeinsam vor dem Klavier der Probebühne versammelt und geht gemeinsam die Arien, Songs und anderen Gesangseinlagen des Stückes durch. Darauf folgt die Leseprobe auf der Terrasse. Wenn man sich diese anguckt, so wird schon eher klar, wie die Figuren und Szenen aufgebaut sind und worum es in dem Stück überhaupt geht.

13:00-17:30 Uhr: Beleuchtungsprobe. Für die Beleuchtungsprobe ist das Bühnenbild größtenteils aufgebaut, ab jetzt wird nämlich auf der richtigen Bühne gearbeitet. Bei der Beleuchtungsprobe wird bei jeder Stimmung überprüft, ob das Licht von der früheren Vorstellung noch passt, zum Beispiel muss eine Tür die auf der Bühne steht richtig angestrahlt werden. Bei dieser Probe war zuerst nur die Technik und dann auch Marie-Helen Joël als Regisseurin anwesend. Dabei durfte ich als Beleuchtungsstatist auf die Bühne, denn die richtigen Darsteller sind bei dieser Probe nicht dabei.

18:00-20:30 Uhr: Bühnenprobe. Bei diesem Durchlauf wird immer wieder unterbrochen um noch zu klären wer sich wann genau an welchem Ort aufhält. Anstatt der ganzen Band wird nur mit Klavier geprobt und auch Kostüme werden nicht vollständig angezogen. Insgesamt zeigt sich, dass an manchen Stellen noch etwas fehlt, wie Textsicherheit oder Timing, aber das meiste geht schon. Für mich wird der Inhalt des Stückes immer klarer.

DIENSTAG:

10:00-13:30 Uhr: Bühnenprobe. Noch einmal wird das Stück wie am Vortag durchgegangen. Immer noch ohne Kostüme, dafür mit Band. Angefangen wird mit einem Soundcheck, also werden erst einmal die einzelnen Lieder aus dem Stück gespielt. Dabei stellt die Tontechnik die Lautstärke der Sänger und der Band so ein, dass sie für den Zuschauer in der richtigen Balance zu hören sind. Nach dem Soundcheck gibt es noch einen Durchlauf des Stückes. Das Stück läuft immer besser, aber einen Tag später um diese Zeit ist auch schon die Aufführung.

15:00-17:00 Uhr: Beleuchtungsprobe. Es werden noch einmal Effekte getestet und einzelne Stimmungen mit den Erfahrungen der letzten Proben optimiert. Damit wird alles bereit gemacht für die Generalprobe.

18:00-20:30 Uhr: Generalprobe. Der letzte Durchlauf vor der Aufführung. Einige Verbesserungen wurden vorher noch einmal besprochen und die letzten Macken werden nach der Generalprobe noch ausgebeult. Alle fühlen sich bereit für Mittwoch.

MITTWOCH:

11:00 Uhr: Wiederaufnahme. Alle verfügbaren Plätze sind besetzt. 600 Grundschüler warten auf die Aufführung der Zaubertröte. Und dann geht es los: Erst die Ouvertüre, dann kommt Tamino, der aus der Versenkung hochgefahren wird. Das Stück läuft, und es läuft gut. Die Witze funktionieren und die jungen Zuschauer kommen mit der komplexen Handlung der Zauberflöte zurecht, die in dem Stück erklärt wird und sind begeistert. Am Ende gibt es sogar noch eine Zugabe!

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Autor

Nicolas absolviert ein vierwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und berichtet von seinen Erlebnissen am Aalto-Theater.   

Unser Quiz zur WM 2018

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland steht vor der Tür – in 20 Tagen geht’s los – und wir sind schon völlig aus dem Häuschen!

Um die WM-Programme für Fräulein Vorlaut und unseren Jugendtreff auf die Beine zu stellen, haben wir einige Informationen über das Gastgeberland Russland, die verschiedenen Teilnehmerländer und die bekanntesten Fußballspieler gesammelt. Wer es nicht ins Aalto-Theater geschafft hat, hat jetzt und hier die Möglichkeit, sein WM-Wissen aufzufrischen, auszubessern und Besserwisser-Infos zu sammeln!

1. Wie viele Zuschauer passen in das größte WM-Stadion Russlands?

  1. 81.000
  2. 52.000
  3. 73.000
  4. 67.000

2. Die größte Burg der Welt ist in Europa beheimatet. Aber in welchem Teilnehmerland der WM ist die größte Burg der Welt zu sehen?

  1. Portugal
  2. Polen
  3. Deutschland
  4. Schweiz

3. Wie oft sind die Spieler Lionel Messi und Christiano Ronaldo jeweils mit dem Titel „Weltfußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden?

  1. 3x
  2. 4x
  3. 5x
  4. 6x

4. Wie viele Kilometer muss man fahren, um mit dem Auto von Moskau nach Wladiwostok zu kommen?

  1. ca. 8.000 km
  2. ca. 17.000 km
  3. ca. 9.000 km
  4. ca. 13.000 km

5. Auf welcher Landesflagge gibt es keinen Stern?

  1. Marokko
  2. Panama
  3. Uruguay
  4. Senegal

6. In welchem Teilnehmerland der WM befindet sich die kleinste Stadt der Welt?

  1. Panama
  2. Serbien
  3. Südkorea
  4. Kroatien

7. Auf was für einem Gegenstand fliegt die russische Hexe Baba Jaga?

  1. Besen
  2. Mörser
  3. Staubsauger
  4. Teppich

8. Welcher internationale Flughafen ist der weltgrößte Verkaufsplatz für Schokolade?

  1. Brüssel
  2. Amsterdam
  3. Paris
  4. Stockholm

9. Im Schnitt besitzt weltweit jeder Mensch 56 Legosteine. In welchem Teilnehmerland der WM ist die Firma Lego Zuhause?

  1. Schweiz
  2. Dänemark
  3. Island
  4. Kolumbien

10. Welche Länder sind bei der diesjährigen WM 2018 in Gruppe F?

  1. Deutschland, Schweden, Mexiko, Südkorea
  2. Deutschland, Schweiz, Ägypten, Portugal
  3. Deutschland, Russland, Peru, Australien
  4. Deutschland, Frankreich, Panama, Island

11. Einer der heißesten Orte der Welt befindet sich in einem Teilnehmerland der diesjährigen WM. Um welches Land handelt es sich?

  1. Ägypten
  2. Senegal
  3. Mexiko
  4. Iran

12. Über wie viele Zeitzonen erstreckt sich Russland?

  1. Über 4 Zeitzonen
  2. Über 8 Zeitzonen
  3. Über 11 Zeitzonen
  4. Über 16 Zeitzonen

13. Was haben Australien und Senegal gemeinsam?

  1. Die Sprache
  2. Einen pinkfarbenen See
  3. Die gleichen Farben in der Landesflagge
  4. Linksverkehr

14. Was gibt es in Russland?

  1. Die längste Brücke der Welt
  2. Den höchsten Berg der Welt
  3. Die höchste Sanddüne der Welt
  4. Die längste Eisenbahnstrecke der Welt

15. Der Nobelpreis wurde nach Alfred Nobel benannt. Aus welchen Land kam dieser Herr?

  1. Schweden
  2. Belgien
  3. Frankreich
  4. Australien

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Lösungen:

  1. 1. (Olympiastadion Luschniki in Moskau)
  2. 2. (Die Marienburg in Polen)
  3. 3.
  4. 3. (laut schnellster Route bei Google Maps)
  5. 3. (Auf der Flagge von Uruguay gibt es eine Sonne)
  6. 4. (Hum, 30 Einwohner)
  7. 2.
  8. 1.
  9. 2.
  10. 1.
  11. 4. (Die Wüste Dascht-e Lut ist einer der heißesten Orte der Erde. Eine Bodenmessung im Sommer per Satellit ergab 70,7 °C. Eine wissenschaftliche Expedition konnte sogar noch eine heißere Temperatur von 78,2 °C messen.)
  12. 3.
  13. 2. (Der „Lake Hillier“ und der „Retba-See“)
  14. 4. (Die Strecke der transsibirischen Eisenbahn)
  15. 1.

 

0-4 richtige Antworten: Fan

Schon gar nicht schlecht! Aber da geht noch mehr 🙂

5-8 richtige Antworten: Profi

Du weißt schon eine ganze Menge und bist super auf die anstehende Weltmeisterschaft vorbereitet!

9-12 richtige Antworten: Experte

Dir macht in Sachen Fußball-Weltmeisterschaft 2018 kaum jemand was vor. Vielleicht solltest du noch schnell ein Ticket buchen und zur WM fliegen 😉

13-15 richtige Antworten: Besserwisser

Wow! Du weißt wirklich mehr als jeder Fernsehmoderator! Für dich kann’s wirklich losgehen 🙂

Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt…

… oder vielmehr: Hexe Kleinlaut und Fräulein Vorlaut kommen, und zwar mit dem Kinderprogramm „Zollverein – Die schönste Zeche der Welt“. Ausgerüstet mit Schutzbrille und Taschenlampe bahnen sie sich einen Weg zwischen den jungen Zuschauern hindurch, um die Bühne zu erreichen, die wie eine Mischung aus Oma Trudes Wohnzimmer und einem Lager für Bergbau-Ausstattung aussieht.

2018 wird mit der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop die letzte Zeche im Ruhgebiet geschlossen, auf Zeche Zollverein war schon 1986 Schicht im Schacht. Das hat die TUP zum Anlass genommen, die Festwoche KUNST⁵ unter das Motto „HeimArt“ zu stellen. Und auch Fräulein Vorlaut (im Aalto-Theater) und Hexe Kleinlaut (auf dem Welterbe Zollverein) haben sich mit dem Thema „Zeche und Kohle“ auseinandergesetzt.

Fräulein Vorlaut und Hexe Kleinlaut sprechen mit ihren Zuschauern – im Grundschul- und Kindergartenalter – über die Entstehung von Kohle, über die Werkzeuge der Bergleute und die Bergmannssprache, die oft als „hart aber herzlich“ bezeichnet wird. So gibt es den sogenannten „Weiberarsch“, eine Kohlenschüppe, die eine entsprechende Form aufweist…

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Der „Weiberarsch“ war auch bei Nachbesprechungen in der Schule ein Thema

Es wurde aber auch über viele weitere typische Begriffe aus dem Ruhrgebiet gesprochen: Wisst ihr, was „Kokolores“ ist? Oder was es bedeutet, wenn viel „Tinnef“ herumsteht, es draußen „dröppelt“ und die Kinder ständig „gibbeln“? (Auflösung siehe unten)

Dass es jetzt unter uns wie ein Schweizer Käse aussieht, haben wir den Bergleuten zu verdanken, die jahrzehntelang das Ruhrgebiet auf der Suche nach Kohle ausgehöhlt haben. Aber wie wurde die Kohle überhaupt entdeckt? Hier eine Kurzfassung des Märchens „Schweinehirt Jörgen entdeckt die Kohle“, das Hexe Kleinlaut und Fräulein Vorlaut zum Besten gegeben haben:

Es war einmal an einem Winterabend vor langer Zeit. Jörgen hatte den ganzen Tag über Schweine gehütet und wollte nun eine Kuhle graben, um darin Brennholz zu entzünden. Da sah er, dass eines der Schweine schon ein Loch gewühlt hatte, also entzündete er dort ein Feuer. Nach der Mahlzeit kroch er unter seine Decke und schlief ein.

Als Jörgen am Morgen erwachte, staunte er nicht wenig: die schwarzen Steine, auf denen er das Feuer entzündet hatte, glühten und funkelten in den schönsten Farben und gaben Wärme ab. Er konnte es kaum fassen und hielt diese seltsamen schwarzen Steine für verhexte Zaubersteine; daher verließ er mit seiner Schweineherde eilig diesen unheimlichen Ort.

Am nächsten Tag jedoch geschah das gleiche, wieder fand er morgens glühende Steine auf seiner Feuerstelle. Nun war Jörgen nicht mehr so ängstlich, nahm ein paar der Steine mit ins Dorf und berichtete den staunenden Leuten von seiner Entdeckung. Diese wollten nun ebenfalls solche Wundersteine besitzen, Jörgen zeigte ihnen die Stellen, und die Leute sammelten sie auf und nahmen sie mit nach Hause. Dort erfreuten sie sich an den wärmenden Zaubersteinen, mit denen sie vortrefflich heizen konnten.

 Und natürlich wurde für und mit den Kindern gesungen! Passend zum Thema gibt es eine – von Marie-Helen Joël und Heribert Feckler – komponierte „Zollverein-Hymne“. Zu den Liedzeilen „Wir sind Feuer und Flamme für immer – Kumpel wollen wir sein – Die schönste Zeche auf Erden – bleibt immer Zollverein!“ kann kräftig mitgeschunkelt werden und bei dem Lied „Es geht weiter“ wird ein Blick auf die Zukunft des Ruhrgebiets geworfen. Denn: „Den Blick nach vorn, den hab’n wir nie verlor’n“ 😉

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Lösung zum Wort-Quiz: Kokolores = Unsinn, Tinnef = unnützer Kleinkram, dröppeln = leichter Regen, gibbeln = kichern

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Autor

Jana studiert Musikpädagogik und hat in ihren Semesterferien ein vierwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik gemacht. Hier schreibt sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Wie wird man eigentlich Fräulein Vorlaut, Marie-Helen Joël?

Nicht nur den Stadtgarten hat sie von ihrem Büro in der sechsten Etage des Aalto-Theaters gut im Blick. Auch weiß sie immer, wie man die Menschen begeistern kann – egal welche Oper und welche Altersklasse es betrifft. Marie-Helen Joël, seit der Spielzeit 1993/1994 als Sängerin an der Essener Bühne engagiert, ist seit 2011 zugleich auch die Leiterin der Theaterpädagogik. Nach den erfolgreichen Jugendprogrammen wie „Rockin’ the stage“ und dem Familienmusical “Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ inszeniert die gebürtige Aachenerin in der kommenden Spielzeit die Oper ”Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, in der sie auch selbst als Mutter zu sehen sein wird. Nicht nur in diese Rolle schlüpft die verwandlungsfähige Sängerin und Theaterpädagogin – auch Fräulein Vorlaut und Hexe Kleinlaut, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Welt der Opern in eigenen Formaten näher bringen, stecken in ihr drin. Wie kommt man zu einem so vielfältigen Job? Johanna Renner hat während ihres zweiwöchigen Schülerpraktikums bei Marie-Helen Joël nachgefragt. 

MH und Johanna

Marie-Helen und Johanna im Büro der Theaterpädagogik

Frau Joël, Sie singen, Sie schauspielern, Sie konzipieren, Sie organisieren, Sie lehren – wie kommt man zu einem so abwechslungsreichen Job im Theater?

Ich habe erst Schulmusik gemacht, weil ich immer schon gerne mit Menschen zusammen gearbeitet oder mich ausgetauscht habe. Bei dem Schulmusikstudium habe ich dann gemerkt, dass ich sehr gut singen kann. Ich habe mich dann entschlossen, noch ein Aufbaustudium für Gesang nach dem Abschluss des Schulmusikstudiums anzuhängen. Nach dem Studium habe ich dann zunächst zwei Jahre musikalische Früherziehung mit Kindern gemacht, dann aber eine Stelle an der Oper in Bonn bekommen. Dort hab ich dann wirklich erst nur als Sängerin gearbeitet. Ich hatte mich damals bewusst gegen den Schuldienst entschieden und wollte in diesen pädagogischen Bereich auch erst mal nicht mehr rein. Als ich dann ziemlich viel im Solobereich gemacht habe, auch hier in Essen später, habe ich aber gemerkt, dass ich irgendwie wieder den Weg zurück und mit Menschen gerne Sachen erarbeiten und ihnen Musik vermitteln möchte. Und so bin ich dann eben auf die Idee gekommen: In der Musikhochschule in Detmold gibt es einen Masterstudiengang für Musikvermittlung und Konzertpädagogik – und dann habe ich das studiert und den Master gemacht.

Und wie sind Sie dann nach Essen gekommen?

Es kam in der Zeit dann gerade genau aus, dass hier in Essen eine Stelle als Theaterpädagoge am Aalto-Theater frei wurde – die Chance habe ich dann genutzt. Jetzt bin eben in einer Doppelfunktion als Sängerin und Theaterpädagogin hier im Haus tätig. Und das ist eigentlich das Tolle: Ich musste mich nicht entscheiden, ob ich lieber singe oder lieber Theaterpädagogin bin – ich darf jetzt beides machen.

Was sind denn so die Aufgaben eines Theaterpädagogen?

Oh (muss lachen), die sind wirklich sehr vielfältig. Man kann sie sich ein bisschen selber definieren. Die Grundaufgabe eines Theaterpädagogen ist natürlich die Kunstform, in unserem Fall der Oper, zu vermitteln – egal ob Kindern, Erwachsenen oder Jugendlichen. Einfach den Zugang zu vermitteln: Welche Geschichte erzählt die Oper, was hat der Komponist sich dabei gedacht, in welcher Zeit ist sie entstanden – all solche Dinge. Hier in unserer Abteilung machen wir das in der Form, dass wir sehr viele Konzerte anbieten für unterschiedliche Altersklassen. Das haben wir unterschiedlich gestaffelt: für 3-6-Jährige, für 6-10-Jährige und für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Auch für Erwachsene haben wir einige Angebote:  Da gibt es manchmal die Konzertform und manchmal mehr so eine Art Gesprächsrunde. Wir haben da verschiedene Formate.

Und was macht am meisten Spaß davon?

Das ist eine gute Frage…kann ich eigentlich gar nicht sagen. Mir macht alles Spaß, vor allem in dem Moment wo ich in einem Projekt drin stecke. Vorher denke ich oft: „Oh, noch die ganze Arbeit“, aber wenn ich es dann mache, ist es eigentlich immer super. Das hab ich nur ganz selten, dass mir da etwas nicht gefällt.

Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut, die von ihrer Kollegin Christina Clark und Ihnen verkörpert werden, sind am Aalto-Theater ja längst feste Größen. Wie kam die Idee zu diesen beiden Figuren zustande?

Vor bestimmt 10 Jahren haben Christina Clark und ich zwei Hexen erfunden: die Hexe Kleinlaut und ihre Freundin Crizzy. Das war für 3-6-Jährige, wobei wir kleine Opernformate gemacht haben. Dann haben wir festgestellt, dass das bei den Kindern super ankommt und gedacht: Ok, wir brauchen noch Figuren für die älteren Kinder. Da wollten wir nicht bei den Hexen bleiben, sondern haben uns entschieden, zwei neue Figuren zu entwickeln – und ich denke mal, die Rollen von Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut sind uns auch „auf den Leib geschnitten“. Fräulein Vorlaut ist so eine besserwisserische Lehrerin, die immer Vorträge hält, und Miss Betterknower ist so eine elegante englische „Schnepfe“, die meint, sie wüsste alles besser. Ihre Qualitäten liegen aber mehr so im Bereich Mode und Anekdoten, während Fräulein Vorlaut den wissenschaftlichen Aspekt in alle Sachen reinbringt. Mit den beiden haben wir sehr viele Konzerte für Grundschüler erfunden und haben dann von Erwachsenen die Anfrage bekommen, ob wir nicht mit diesen Figuren auch etwas für die ältere Zielgruppe machen können. So ist die Idee entstanden „It’s Teatime“ anzubieten – ein sehr gut angenommenes Format, mit dem wir Freitagsnachmittags vor Premieren in die neue Operninszenierung einführen.

Ist es schwierig zwischen den Erwachsenen und den Kindern zu trennen?

Ich finde, wenn man mit einem Kind in die Veranstaltung „It’s Teatime“ kommt, dann sind da einfach viele Witze, die für die Erwachsenen relevanter sind. Wenn wir sehen, dass auch viele Kinder unter den Besuchern sind, versuchen wir schon auch darauf einzugehen. Aber man muss schon sagen, dass der Inhalt der Oper oder das Leben des Komponisten nicht so Sachen sind, die so spannend sind für die Kleinen – es sei denn, man bereitet sie speziell für die Kinder und ihren Erfahrungsschatz auf, wie wir es eben in den Formaten für Ihre Altersklassen tun. Übrigens: Wir versuchen immer, unsere Kinderstücke so aufzubereiten, dass alle Spaß daran haben – Kinder, Eltern und natürlich auch wir selbst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das klappt ja auch sehr gut! 

Es macht auch immer sehr viel Spaß 🙂

Danke für das Interview – und grüßen Sie Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut!

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Miss Betterknower (Christina Clark) und Fräulein Vorlaut (Marie-Helen Joël)
 © Saad Hamza

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SERVICE:

Wer Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut live erleben möchte, findet ihre Auftrittstermine und Termine für weitere interessante Einführungsveranstaltungen und Führungen

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Autor
Johanna hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.

„Stille Nacht“ … von wegen!

Jedes Jahr aufs Neue glaubt man an eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und dann ist es soweit: Der 1. Advent steht vor der Tür, die Feiertage rücken immer näher und man weiß nicht mehr so richtig, wo einem der Kopf steht. Bei uns ist das ganz genauso, denn wir können nicht genug von Weihnachtsvorbereitungen bekommen und stürzen uns von einem Abenteuer ins nächste.

Beispielsweise haben wir seit eineinhalb Wochen einen Wunschbaum im Foyer des Aalto-Theaters stehen. In Zusammenarbeit mit dem Diakoniewerk Essen hängen an diesem Baum Wünsche von Kindern, dessen Familien in Essen Zuflucht gefunden haben. Jeder Besucher kann sich einen Wunsch (oder auch mehrere) mitnehmen, diesen erfüllen und verpackt an uns zurückbringen. In den Tagen vor Heiligabend holt die Diakonie die Geschenke ab und übergibt diese rechtzeitig zu Weihnachten. Nicht nur, dass das Projekt an sich eine tolle Sache ist, war es eine große Freude den riesigen Baum zu schmücken und die liebevoll eingepackten Geschenke wieder zu empfangen. Wer kommt schließlich nicht beim Schmücken eines Baums in Weihnachtsstimmung? 🙂

Tja, und was benötigt man noch, um sich auf Weihnachten vorzubereiten? Na klar, einen Adventskalender! Da sich Schokolade aber nur schwer digital an jeden verschicken lässt, haben wir uns für Videos entschieden. Wir trommeln dafür unsere lieben Kollegen aus allen möglichen Abteilungen des Theaters zusammen und erstellen einen eigenen Adventskalender mit weihnachtlichen Kurzvideos. Die Vorbereitung nimmt zwar deutlich mehr Zeit in Anspruch als wir dachten, macht aber dafür auch viel mehr Spaß als wir dachten. Nun geistern wir durchs Haus und filmen die verrücktesten Videos. Hier könnt ihr übrigens unseren digitalen Adventskalender anschauen und die Türchen öffnen:

Aalto-Adventskalender

Neben diesen weihnachtlichen und spaßmachenden Specials steht natürlich auch unsere alltägliche Arbeit auf dem Programm, die wir auch mit weihnachtlichen Themen füllen konnten.

So waren wir vergangenen Freitag auf Zollverein und hatten dort eine Doppelvorstellung von „Morgen Kinder wird’s was geben“. Ein Weihnachtsprogramm mit Flügel, Geige und natürlich Hexe Kleinlaut, die eine musikalische Schneeballschlacht veranstaltet hat.

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Ihr könnt sehen: Auch dort haben wir wieder geschmückt und gebastelt, was das Zeug hält.

Wir sind auf jeden Fall in bester Stimmung und Weihnachten kann kommen. Bäume schmücken, Geschenke verpacken und Weihnachtslieder singen haben wir jedenfalls drauf 😉

Advent, Advent – Wer hat’s verpennt?

Ihr denkt, wir sind zu früh dran? Papperlapapp! In neun Tagen ist schließlich schon der 1. Advent. Und zack: plötzlich ist Weihnachten! Das geht immer schneller als man denkt.

Deshalb haben Fräulein Vorlaut, Miss Betterknower und Mister Chris(tmas) alle Weihnachtsbegeisterten frühzeitig auf die bevorstehende Zeit eingestimmt. Und wie stimmt man am besten auf Weihnachten ein? Mit der Vorfreude! Und so gab es viele Tipps, wann man wo die meisten Geschenke absahnen kann.

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© Saad Hamza

Die beiden Madämchen starten ihre Weihnachtsweltreise am 5. Dezember in Belgien, reisen sofort nach der Bescherung in die Niederlande und dann wird Plätzchen gebacken, um sich die Zeit bis Heiligabend zu verkürzen. Am 24. Dezember startet die Bescherung um 12 Uhr mittags in Finnland, abends dann in Deutschland, Ungarn, Tschechien, Spanien, usw. (wobei man in Spanien ein sogenanntes Scheißerle* sehen kann) und um 24 Uhr werden in Mexiko die Geschenke verteilt. Miss Betterknower besteht auf ihre Bescherung am 1. Weihnachtstag in England, Herr Chris träumt von der Bescherung in der Silvesternacht auf Zypern und für den 7. Januar schlägt Fräulein Vorlaut noch einen Abstecher nach Russland vor.

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Hat man also einen guten Reiseplan, kann man ganz schön viele Geschenke bekommen und verschiedenste Weihnachtsbräuche kennenlernen. Schließlich kommt nicht überall auf der Welt das Christkind oder der Weihnachtsmann zum Einsatz, sondern unter anderem auch Yulemen (isländische Trolle), Tonttus (finnische Wichtel) oder Väterchen Frost (Russland).

Ihr seht: Andere Länder, andere Sitten. Doch letztendlich haben alle den gleichen Grund zu feiern: Und zwar die Geburt von Jesus Christus! Dieser Geburtstag ist bekanntermaßen auch ein guter Anlass, um gemeinsam zu singen. Und so schmetterten wir alle zusammen bekannte Weihnachtslieder. Von „Ihr Kinderlein, kommet“ über „Oh, Tannenbaum“ bis „Jingle Bells“ wurde lauthals mitgesungen.

Weihnachten kann kommen! Auf jeden Fall sind wir in bester Stimmung und super vorbereitet.

 

* Ja, ihr habt richtig gelesen: ein Scheißerle! So nennt man eine Figur, die sich im Umfeld der Geburt Jesu erleichtert und mit herunter gelassener Hose in der Hocke sitzt. Warum es diese Figur in die heilige Szenerie einer Krippe geschafft hat, ist nicht bekannt. Ist aber doch auch egal, wir finden es lustig 😉