AkzepTANZ „Mozart mittendrin“

„Mozart mittendrin“ – unter diesem Titel haben Schüler*innen der Essener Gustav-Heinemann-Gesamtschule jetzt ihren Abschlussfilm zum Kulturprojekt „AkzepTANZ“ vorgestellt. Die Präsentation des Beitrags fand gestern auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein im Rahmen der Abschlussveranstaltung des diesjährigen Projekt-Jahrgangs statt.

Ein Jahr lang haben sich nun rund 60 Schüler*innen des sechsten und neunten Jahrgangs der Partnerschule in verschiedenen Workshops zu den Themen Tanz, Szene und Kunst mit dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart beschäftigt, professionell angeleitet von Adelina Nigra
(Tanz), Marijke Malitius (Regie), Martina Flößer (Rüstmeisterin) sowie Dramaturgin Sandra
Paulkowsky aus dem Aalto-Theater. Entstanden ist ein kunstvoll gestalteter fünfzehnminütiger
Kurzfilm, der einen Schultag zeigt, in den Mozart „hineinstolpert“. Spannende „Musikmaschinen“, die
für ihn nicht von dieser Welt zu sein scheinen, sowie ein manchmal kaum verständliches Vokabular,
begegnen dem aus der Zeit gefallenen Komponisten. Für die musikalische Gestaltung des Films
sorgte das Mannheimer Streichquartett (Arrangement: Heribert Feckler). Gedreht und produziert
wurde er von der Videokünstlerin Valeria Lampadova.

Aalto-Theater und Stiftung Zollverein haben das Programm „AkzepTANZ“ 2019 gemeinsam ins Leben gerufen, um Jugendlichen einen lebendigen Einblick in die aufregende Welt von Musiktheater, Ballett und klassischem Konzert zu ermöglichen. Unterstützt werden die beiden Kulturinstitutionen von den Freunden Zollverein und der RAG-Stiftung.

AaltoMobil: von den Proben bis zur Aufführung

„Wien. Wolfgang Amadeus Mozart starb am 5. Dezember[…]“. Das war der Satz, welcher mit einer tiefen Stimme in meinem Kopf hängen geblieben ist. Dieser Satz stammt aus einer AaltoMobil Produktion, welche „ Mozarts phonetischer Fingerabdruck“ heißt.

Schon zu Anfang meiner Praktikumszeit wurde ich in die Proben von AaltoMobil miteinbezogen. Es war der erste Tag und ich durfte bei den Proben zuschauen. Ich hatte kleine Aufgaben, die ich machen durfte wie zum Beispiel aufschreiben, was man verbessern könnte an diesem Stück sowie das Einrichten der Requisiten. Das Stück hatte eine nicht so ganz große Besetzung (So sah es zumindest aus), aber dennoch war es sehr unterhaltsam. Es gab drei Sänger*innen und ein Streichquartett, welche alle sehr nett rüberkamen. Das Stück an sich hatte etwas Witziges und Dramatisches.

Am nächsten Tag waren nur die Darsteller*innen da, die szenisch proben mussten. Da hat man gemerkt, was für einen großen Unterschied es macht, wenn die Musik da ist und wenn sie fehlt. Ohne die Streicher war die Probe irgendwie leer, als wenn etwas fehlen würde.

Spannender wurde es meiner Meinung nach bei der Generalprobe, welche am Donnerstag, 9. Juni 2022 stattgefunden hat, denn sowohl die Streicher*innen als auch die Sänger*innen waren sehr aktiv dabei. Die Musiker*innen haben das Stück und die Musik gefühlt, während die Darsteller*innen voll und ganz in ihre Rollen geschlüpft sind. Die Schauspieler*innen waren so sehr in ihre Rolle, dass manchmal etwas gemacht wurde, was so nicht eigentlich geplant war. Mit anderen Worten: Sie haben manchmal improvisiert, ohne dass sie es merkten. Somit wirke das Stück noch authentischer.

Dann kam der Tag der Aufführung: am Freitag, 10. Juni 2022 war die Premiere des Stückes „Mozarts phonetischer Fingerabdruck“. Das Problem ist nur, dass ich nicht da war :-(. Aber am Montag, 13. Juni, war ich dabei. Da wurde das Stück zweimal in einem Altenheim aufgeführt. Im ersten Durchgang war ich als Fotografin zuständig. Ich musste (gute) Fotos machen, damit sie vielleicht irgendwo veröffentlicht werden :-). Beim zweiten Durchgang saß ich als Zuschauerin dabei.

Der dritte Aufführungstag war in einem anderen Altenheim und auch da war es meine Aufgabe, Fotos zu machen. Da die Spielfläche in den Altenheimen anders aufgebaut war, gab es mal gute, mal schlechtere Fotos. Auch nach den Aufführungen beider Tage habe ich beim Einrichten und Aufräumen mitgeholfen.

Das Stück dauert circa eine Stunde und diese war überhaupt nicht langweilig, denn sie wurde mit ästhetischen Mitteln, Stücken von den Streicher*innen und dem Gesang der Darstellenden gefüllt. Es wurde mal leiser, mal lauter, dann traurig und witzig und glücklich. Bei den Aufführungen waren die Leute im Altenheim sehr begeistert. Wie ich mitbekommen habe, haben auch die älteren Zuschauer mitgeklatscht in einer Szene. Das sah sehr lebendig und zufrieden aus. AaltoMobil war anders als ich gedacht habe. Das war eine gute und interessante Abwechslung, da ich auch abseits des Theaters mein Praktikum verbringen konnte und ich sehen konnte, wie auch außerhalb des Theaters Menschen durch eine Aufführung Begeisterung und Freude zeigen. Das AaltoMobil bedeutete zwar etwas Hin- und Herlaufen, aber an sich war es entspannt und eine gute Zeit, auch wenn ich als Person etwas zurückhaltender bin. Man braucht halt seine Zeit, um sich an eine Situation zu gewöhnen 🙂

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Autor:

Valeria hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater. Außerdem war sie Teilnehmerin des Tanz-Workshops im Rahmen des Schulprojekts AkzepTANZ in den Schuljahren 2019/2020 und 2020/2021.

„Happy New Year“ und das Schulprojekt „AkzepTANZ“

Wir wünschen euch einen frohen und gesunden Start ins neue Jahr!

Und zu Beginn des noch jungen Jahres 2022 möchten wir direkt mal von unserem Schulprojekt „AkzepTANZ“ berichten, dass sich seit Beginn des Schuljahres in der 2. Runde befindet: Partnerschule ist erneut die Essener Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Deren Schüler*innen haben bereits in den vergangenen zwei Jahren erfahren, wie aufregend Musiktheater, Ballett und klassisches Konzert sein können. Das Projekt, das 2019 vom Aalto-Theater und der Stiftung Zollverein ins Leben gerufen wurde, nimmt nun zum zweiten Mal Kinder und Jugendliche mit in die Welt von Tanz, Konzert und Oper. Es warten Proben-, Konzert- und Vorstellungsbesuche, Backstage-Formate und Gespräche mit Theaterleuten auf die Teilnehmer*innen, und sie werden wertvolle Einblicke in die Abläufe des Tanz-, Musiktheater- und Konzertbetriebes erhalten. Zudem werden sie die Möglichkeit haben, das Welterbe Zollverein besser kennenzulernen.

Geht es anfangs noch um einführende Veranstaltungen, setzen sich die Kinder und Jugendlichen bereits ab Herbst 2021 in Tanz-, Szenen- und Kunst-Workshops mit einem musikalischen Schwerpunkt-Thema auseinander, wodurch die Akzeptanz klassischer Musik im Alltag gefördert wird. Diesmal richtet sich der Blick auf den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und seine Musik. Die beiden Schulklassen, die an den wöchentlich stattfindenden Workshops teilnehmen, werden eine Art Kurzfilm produzieren.

Gefördert wird das Projekt von der RAG-Stiftung und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein (GFF)

Kleinlaut, Vorlaut, Jugendtreff

Dornröschen, Herbststimmung, Ritter, Mozart und die Rüstmeisterei –  das waren die Schlagworte für unsere Kleinlaut- und Vorlaut-Produktionen sowie unseren Jugendtreff.

Anfang September starteten wir im Foyer direkt mit unserer Oper Kleinlaut-Produktion „Donnerröschen und der Forscherkönig“, um uns Ende des Monats und im Oktober kopfüber ins „bunte Herbstgeraschel“ zu stürzen.

Fräulein Vorlaut hat für ihr Programm „Die Ritter im Gewitter“ Bücher gewälzt und Dokus geschaut, damit sie mit ihren Freund*innen ab 6 Jahren über Rüstungen, das Leben eines Knappen und Tischsitten im Mittelalter plaudern konnte.

Einer unserer Jugendtreffs stand ebenso ganz im Zeichen von Rittern und Rüstungen – und so durften wir unsere Rüstmeisterin Martina Flößer in ihrer Werkstatt besuchen, die uns ihren Beruf vorgestellt und ihre Aufgaben erklärt hat: Kronen, Rüstungen, Waffen, Nussknacker, verschiedene Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsmethoden und vieles mehr.

Im Rahmen unseres Jugendtreffs haben wir außerdem viel Spannendes über Mozart besprochen und konnten sogar kurz einer Bühnenprobe von „La finta giardiniera“ beiwohnen. Wenige Tage später kamen direkt einige Jugendtreff-Teilnehmer*innen wieder ins Theater, um die Generalprobe erleben zu können. Ganz exklusiv saßen wir auf dem 1. Balkon und haben Vor- und Nachgespräche geführt. Ein herzliches Dankeschön nochmal an alle, die dabei waren und so spannende Fragen gestellt und tolle Dinge entdeckt haben! So einen gemeinsamen Probenbesuch müssen wir unbedingt wiederholen!