Der Geruch des Theaters

(Wow! Da hat es aber jemandem Spaß bei uns gemacht 🙂 )

Sie alle verbindet eins: Die Liebe und Leidenschaft zum Theater, zur Oper, zur Musik, zum Tanz, zu den Künsten! Ganz verschiedene Menschen – mit besonderen Fähigkeiten und Interessen – kommen täglich im Aalto-Theater zusammen und werden eine Familie. Hier ist das „Du“ Normalität und es gibt keine Grenzen zwischen den einzelnen Abteilungen; nein, vielmehr Verbindungen und offene Türen. Es wird sich gegenseitig in den verschiedenen Büros besucht und auf den Fluren miteinander kommuniziert, um immer nah am Geschehen zu sein. So werden alle Mitarbeiter verschiedenster Abteilungen – künstlerischer oder nicht künstlerischer Natur – zu einer einzigen Arbeitsgruppe, die das Ziel perfekter Inszenierungen verbindet und stärkt.

Sobald man das Theater betritt, wird man in dessen Duft eingehüllt und ist wie in einer anderen Welt. Einer Welt, in der nicht der ständige Zwang von Realismus herrscht, sondern in der alles, was man sich vorstellen kann ermöglicht und zum Leben gebracht werden kann. Mit dem einzigen Ziel Menschen zu berühren und zu begeistern.

Man hat fast schon das Gefühl einige würden nicht nur in dieser Welt arbeiten, sondern vielmehr für diese Welt leben. Ja, hier lebt eine große Familie und einen starren Arbeitsalltag hat sie nicht. Jeder Tag ist anders, abwechslungsreich und spannend. Selbst als Praktikantin wird man sofort in diese Familie integriert und kann sich keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Doch auch flexibel muss man sein, denn die Arbeitszeiten sind unregelmäßig und so müssen die Mitarbeiter auch abends und am Wochenende Vorstellungen über die Bühne bringen und proben, proben, proben. Das nehmen aber alle gerne in Kauf, da ihr Beruf gleichzeitig ihre Leidenschaft und ihr Hobby ist, in das sie all ihr Herzblut stecken.

Und wer einmal in diesen Duft des Theaters gehüllt worden ist, möchte ihn nicht mehr um sich herum missen, trägt ihn durch sein Leben und begeistert andere davon.

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Autor:

Jule hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum am Aalto-Theater gemacht und beim Ballett, bei der Dramaturgie und bei der Theaterpädagogik reingeschnuppert.

„Stars“ zu Gast im Hause Aalto

Wer als Kind im Publikum von Starlight Express gesessen hat, träumte mit Sicherheit selbst davon ein großartiger Rollschuhfahrer und begnadeter Sänger zu werden – so wie Andreas Wolfram, der unter anderem als „Elektra“ durch die Kurven raste und nun am Aalto-Theater gastiert. Auch Henrik Wager – ein weiterer Musical-Promi, bekannt aus Jesus Christ Superstar oder der Rocky Horror Show (zuletzt in Gelsenkirchen) – reist exklusiv aus Italien an. Neben Tim Hüning – einer der Hauptdarsteller von Ich war noch niemals in New York – ist auch Jana Stelley mit unter den Star-Gästen hier am Aalto-Musiktheater vertreten. Sie ist ebenfalls durch große Rollen verschiedener Musicals, wie zum Beispiel als „Glinda“ in Wicked, als „Frenchy“ in Grease oder als „Penny Pingleton“ Haispray, bekannt geworden.

Grund ihrer Anreise ist die Wiederaufnahme des Musicals „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“. Als Musicaldarsteller schlüpfen Stelley („Froschprinzessin“), Hüning („tapferes Schneiderlein“), Wager („Kaiser ohne Kleider“) und Wolfram („Rumpelstilzchen“) in vier der Hauptrollen dieses Musicals, das nun die erste Wiederaufnahme – nach der erfolgreichen Premiere in der vergangenen Spielzeit – feiert. Die beiden anderen Hauptrollen der „Aschenputtel“ und des „Schneewittchens“ besetzen die Ensemblemitgliedern Christina Clark und Marie-Helen Joël. Letztere schrieb das Musical selbst, während ihr Mann die Musik dazu komponierte und arrangierte.

Was für ein Aufwand nötig ist bis es wirklich wieder auf der Bühne losgehen kann, glaubt mir nun sicher niemand! So muss das gesamte Stück in vielen Proben zunächst einmal wieder einstudiert werden. Es gibt musikalischen Proben, in denen unter Anleitung des musikalischen Leiters alle Lieder gesungen und die Sänger noch verbessert werden können. Dann gibt es szenische Proben, in denen das Stück wieder zusammengesetzt wird und sich jeder Darsteller genau merkt, wann er wie, wo oder was etwas tut. Zu guter Letzt geht es dann auf die Bühne, auf der auch noch einige Male geprobt wird, bis die Wiederaufnahme starten kann und das Publikum in den Zuschauerraum strömt. Wichtig dabei ist, dass alle Proben rechtzeitig angemeldet und Requisiten und Kostüme bestellt werden. Schließlich müssen alle Handgriffe genau sitzen, bevor die Vorstellung beginnt und das geht nur, wenn die Darsteller mit ihren Kostümen, den Requisiten und dem Bühnenbild vertraut sind.

Wenn ich jetzt sehe, was alles beachtet werden muss, um so ein Musical auf die Beine zu stellen, werde ich ganz blass vor Neid vor denen, die das beruflich machen! Es gibt hier wirklich viel zu erleben und es ist wahnsinnig spannend bei Proben und Vorstellungen zu sehen, was hinter den Kulissen alles abläuft und geschieht!

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Autor

Sarah studiert Grundschullehramt und macht in ihren Semesterferien ein vierwöchiges Praktikum in der Theaterpädagogik. Hier schreibt sie von ihren Eindrücken und Erlebnissen.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

… So geht es auch den großen Künstlern des Theaters!

Tänzer, Sänger, Musiker: sie alle müssen ihre Stücke gut einstudieren und proben, um auf der Bühne nichts zu vermasseln. Dabei kann es schnell passieren, dass man eine einzelne Szene oder Passage immer und immer wieder durchgeht, bis sie endgültig sitzt. Das nehmen die Künstler gern in Kauf und haben für gewöhnlich sogar Spaß dabei. Hauptsache das Publikum bekommt eine toll ausgearbeitete Vorstellung zu sehen und zu hören.

Wir hatten die Möglichkeit bei jeweils einer Ballett-, Orchester- und Opernprobe dabei zu sein.

Ballett

In der von uns besuchten Bühnenprobe wurde ein Tanzstück aus dem Ballett 3 By Ekman geprobt. Dieses besteht aus insgesamt drei Werken: ‚Flockwork‘, ‚Tuplet‘ und ‚Tyll‘. Wir hatten die Gelegenheit, uns die Probe von ‚Tyll‘ anzuschauen. ‚Tyll‘ lässt klassischen Spitzentanz auf modernen Witz und Videoleinwände treffen.

Nach einer kurzen Aufwärmung wurde dieser Teil ein komplett durchgetanzt. Danach korrigierte der Choreograph – bzw. derjenige, der die Choreographie mit den Tänzern einstudierte – einige Stellen und wiederholte diese mehrmals mit den Tänzern.

Auch wenn es keine Probe mit Maske und Kostüm war, trugen die Tänzerinnen Tutus, die lediglich bei Proben getragen werden aber nicht später bei Vorstellungen auf der Bühne. So können die Tänzerinnen sich bereits an die Form der Kostüme gewöhnen.

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Orchester

Wir haben die Probe des 6. Sinfoniekonzerts in der Philharmonie besucht: Die Tondichtung ‚Ein Heldenleben‘ von Richard Strauss, durch die man die verschiedenen Emotionen einer Heldengeschichte erlebt.

Zuerst spielte das Orchester die Sätze durch und „putzte“ dann – nach und nach – die Stellen, die dem Dirigenten noch nicht gefielen.

Nach der Pause probte ein Teil des Orchesters das Oboenkonzert von Bohuslav Martinů. Auch hier wurden noch Dinge verbessert, da zeitweise die Streicher beispielsweise zu laut waren und so das Oboensolo übertönten.

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© Saad Hamza

Oper

Im Rahmen der Probe Carmen von Georges Biszet, die wir auf einer der Probebühnen besuchten, wurden drei verschiedene Szenen mit der Darstellerin der Figur Micaëla geprobt.

Zu Beginn haben die Sänger ihre Texte gemeinsam durchgesprochen und daraufhin erklärte die Regieassistentin ihnen genau, was sie zu tun haben. Dazu gehört zum Beispiel: Wann bewegen sich die Sänger wohin? Welche Bewegungen müssen wie ausgeführt werden, damit bestimmte Emotionen unterstrichen werden?

Wir waren sehr überrascht, wie akribisch und detailliert die Künstler an einzelnen Handlungen arbeiten. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie viele Dinge Sänger gleichzeitig beachten müssen: den Texte auswendig können, die Musik kennen, die Sprache beherrschen, die richtige Gestik und Mimik passend einsetzen.

Da es sich um eine Opernprobe handelte, wurden die Sänger natürlich musikalisch begleitet. Anstelle eines großen Orchesters hat ein Pianist für die instrumentale Begleitung gesorgt und hat – ebenso wie die Souffleurin – am Ende den Darstellern Korrekturen gegeben.

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© Matthias Jung

Die Proben waren zwar alle völlig verschieden doch in einer Sache gleichen sie sich alle: Es wird wiederholt und verbessert, bis das Ergebnis perfekt ist!

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Autoren

Felicitas und Sophie machen ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik und der Kostümabteilung und schreiben über ihre Erlebnisse am Aalto-Theater.