Viele Abteilungen – Ein Vorstellungsformat

In der letzten Woche trat mal wieder Hexe Kleinlaut auf. Diesmal mit ihrem Kinderprogramm „Sonne, Mond und Sterne“. Spielerisch und musizierend diskutierte sie mit den Kindern über einen Umzug auf den Mond und brachte ihnen währenddessen viel über Planeten, die Sterne, … kurz: über den gesamten Nachthimmel.

Aber wer ist eigentlich alles an so einem Programm beteiligt? Wen und was braucht man alles, damit die Kindervorstellungen der Hexe Kleinlaut über die Bühne gehen können? Natürlich die Hexe Kleinlaut und das ein oder andere Musikinstrument! Das reicht aber noch lange nicht. Ohne die Hilfe der Kollegen aus den verschiedensten Abteilungen – wie der Technik oder der Requisite – geht nicht viel!

Also: das Fundament des Ganzen bildet die theaterpädagogische Abteilung. Diese denkt sich schon lange vor der Spielzeit ein Thema aus, zu dem ein kurzer Text für das Programmheft geschrieben wird. Dann wird recherchiert und es werden Ideen und Informationen gesammelt. Marie-Helen und Sandra haben da großen Spaß dran, weil sie bei jedem Thema selber noch was dazulernen können 😉 Das Programm wird dann immer konkreter und es wird ein Skript geschrieben.

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Vor der Generalprobe wird dann eine Liste mit allen Dinge erstellt, die für das Programm benötigt werden. Diese Liste wird dann an die verschiedenen beteiligten Bereiche des Aalto-Theaters weitergeleitet. Was glaubt ihr, wie viele Abteilungen, allein an dem Programm „Sonne, Mond und Sterne“, beteiligt waren? Zwei? Oder drei? Viel mehr!

Die Technik-Abteilung ist für den Bühnenaufbau zuständig. Für „Sonne, Mond und Sterne“ haben zwei Techniker eine blaue Stellwand und vier Traversen (das sind so große Aluminium-Träger), aufgestellt. (Das sieht man auf den Bildern auch ganz gut.)

Die Requisite beinhaltet all das, womit die Darsteller – in diesem Fall also Hexe Kleinlaut – während des Programms arbeiten: Eine große Flagge beispielsweise, damit Hexe Kleinlaut sie (als Anspielung an die amerikanische Flagge bei der Mondlandung) schwenken kann, einen Apfel am Stiel, um einen Meteoriten spielerisch nachzustellen und noch viele weitere Sachen (siehe Bilder). Aus der Deko-Abteilung werden weitere Dinge für die Kulisse benötigt, wie zum Beispiel die grünen Grasteppiche, auf die sich die Kinder setzen können. Meistens stammen die Requisiten und Deko-Artikel aus einem riesigen Lager mit Sachen, die bei Aufführungen am Aalto-Theater irgendwann mal benötigt wurden oder werden. Manche Dinge werden aber auch extra für die Kindervorstellungen hergestellt. Oft bringen Marie-Helen und Sandra auch Krimskrams von Zuhause mit, der als Requisite genutzt werden kann oder basteln selber darauf los 🙂

Die Beleuchtungsabteilung ist für das Licht zuständig und leuchtet das Foyer nett ein. Bei Vorstellungen im Opernzelt gibt es ganz viele Scheinwerfer und Lichteffekte während der Vorstellungen. Im Rahmen von „Sonne, Mond und Sterne“ reichen lediglich zwei Scheinwerfer aus, die die Spielfläche ausleuchten.

Die Haustechnik sorgt dafür, dass Treppenaufgänge, die nicht genutzt werden sollen, abgesperrt sind.

Die Mitarbeiter der Kostüm- und der Maskenabteilung verwandeln Marie-Helen Joël in Hexe Kleinlaut. Aus der Kostümabteilung wird das Kostüm der Hexe Kleinlaut benötigt, das irgendwann mal dort zusammengestellt und genäht wurde. Eine Maskenbildnerin schminkt Marie-Helen und setzt ihr die Kleinlaut-Perücke auf.

Und dann braucht man ja auch noch Musiker! Bei „Sonne, Mond und Sterne“ sitzt Juriko Akimoto am Klavier und Niklas Schwarz spielt die Bratsche. Die beiden treffen sich mit Kleinlaut natürlich nicht erst kurz vor der Vorstellung, sondern haben mit unserer Opernhexe vorab schon einige Proben gehabt.

Wenn dann alles beisammen ist, kann das Konzert endlich kommen. Jetzt braucht man nur noch ganz viele Kinder, die zusammen mit Hexe Kleinlaut, Juriko und Niklas das Weltall „erkunden“ und bestaunen!

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Autor

Antonia hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.     

Sonnensystem-Bastelei

Am Sonntag geht es los mit Hexe Kleinlaut und ihrem Kinderprogramm „Sonne, Mond und Sterne“. Ein fabelhaftes Thema, um mal wieder eine kreative Bastelaktion zu starten!

Und schon ging es los: Informationen über Planeten sammeln, Materialien bereitlegen und sich in „Schutzkleidung“ schmeißen  🙂

Ganz maßstabsgetreu lassen sich die Planeten unseres Sonnensystems leider nicht verbasteln (wenn der Jupiter einen Durchmesser von ungefähr 26 cm hätte, dürfte der Merkur nur circa 1 cm groß sein). Aber es geht ja darum, Anschauungsmaterial zu haben, das zu Gesprächen anregt und uns das Bühnenbild aufpeppt.

Für die Planeten (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) werden acht Luftballons benötigt: Die Luftballons der Planetengröße entsprechend aufpusten (Merkur und Mars sehr klein, Erde und Venus etwas größer, Uranus und Neptun noch etwas größer, Saturn nochmal größer und für den Jupiter einfach den Ballon so groß aufblasen, wie es möglich ist).

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Dann heißt es: Kleister anrühren und Zeitungspapier in kleine Stücke reißen. Nun werden alle Luftballons mit Zeitungspapier vollgekleistert. Schön dicht, dass man den Luftballon nicht mehr darunter sehen kann. (Am „Aufpuste-Loch“ des Ballons kann man die einzelnen Bastelprojekte an einem Faden oder Basteldraht zum Trocknen aufhängen.)

Über Nacht trocknen lassen und am nächsten Tag eine weitere Schicht Zeitung mit Kleister auf die Ballons auftragen. Wieder eine Nacht warten und am kommenden Tag wieder eine Schicht Zeitungspapier ankleistern … und wieder trocknen lassen. Nach drei Schichten Zeitungspapier sind die Pappmasché-Kugeln ziemlich robust und die Luftballons im Innern können kaputt gestochen/geschnitten und vorsichtig herausgeholt werden. Jetzt müssen nur noch die kleinen Löcher mit Zeitung und Kleister füllen und schon sind die einzelnen Planeten bestenfalls rund (oder zumindest planetenartig geformt ;-)).

27544694_1776945852379673_4640552653898850271_nDer Saturn benötigt natürlich noch Ringe. Einfach stabile Pappe zurechtschneiden, dass ein Ring aus Pappe um die entsprechende Pappmasche-Kugel montiert werden kann. Diesen kann man – für mehr Stabilität – mit Basteldraht befestigen und auch mit Zeitungspapier bekleistern und wieder trocknen lassen.

Endlich geht der spaßige Teil des Bastelprojekts los. Einfach die gewünschten Farben mischen und mit einem Pinsel auf die späteren Planeten auftragen! Der Mars bekommt zum Beispiel eine rote Farbe, die Erde erhält Ozeane und Kontinente und so weiter. Mit dem Einsatz von Wasser lassen sich tolle Farbverläufe erzielen.

Am Ende (bei Bedarf) mit Basteldraht und Bindfaden Aufhängemöglichkeiten einsetzen 🙂

Und das sind unsere Ergebnisse. Juhuuuuu!

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Benötigte Materialien:

Luftballons, Zeitungspapier, stabile Pappe, Kleister, Pinsel, Bindfaden/Basteldraht, Schere, Acrylfarben, Behälter mit Wasser

Wie wird man eigentlich Fräulein Vorlaut, Marie-Helen Joël?

Nicht nur den Stadtgarten hat sie von ihrem Büro in der sechsten Etage des Aalto-Theaters gut im Blick. Auch weiß sie immer, wie man die Menschen begeistern kann – egal welche Oper und welche Altersklasse es betrifft. Marie-Helen Joël, seit der Spielzeit 1993/1994 als Sängerin an der Essener Bühne engagiert, ist seit 2011 zugleich auch die Leiterin der Theaterpädagogik. Nach den erfolgreichen Jugendprogrammen wie „Rockin’ the stage“ und dem Familienmusical “Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ inszeniert die gebürtige Aachenerin in der kommenden Spielzeit die Oper ”Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, in der sie auch selbst als Mutter zu sehen sein wird. Nicht nur in diese Rolle schlüpft die verwandlungsfähige Sängerin und Theaterpädagogin – auch Fräulein Vorlaut und Hexe Kleinlaut, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Welt der Opern in eigenen Formaten näher bringen, stecken in ihr drin. Wie kommt man zu einem so vielfältigen Job? Johanna Renner hat während ihres zweiwöchigen Schülerpraktikums bei Marie-Helen Joël nachgefragt. 

MH und Johanna

Marie-Helen und Johanna im Büro der Theaterpädagogik

Frau Joël, Sie singen, Sie schauspielern, Sie konzipieren, Sie organisieren, Sie lehren – wie kommt man zu einem so abwechslungsreichen Job im Theater?

Ich habe erst Schulmusik gemacht, weil ich immer schon gerne mit Menschen zusammen gearbeitet oder mich ausgetauscht habe. Bei dem Schulmusikstudium habe ich dann gemerkt, dass ich sehr gut singen kann. Ich habe mich dann entschlossen, noch ein Aufbaustudium für Gesang nach dem Abschluss des Schulmusikstudiums anzuhängen. Nach dem Studium habe ich dann zunächst zwei Jahre musikalische Früherziehung mit Kindern gemacht, dann aber eine Stelle an der Oper in Bonn bekommen. Dort hab ich dann wirklich erst nur als Sängerin gearbeitet. Ich hatte mich damals bewusst gegen den Schuldienst entschieden und wollte in diesen pädagogischen Bereich auch erst mal nicht mehr rein. Als ich dann ziemlich viel im Solobereich gemacht habe, auch hier in Essen später, habe ich aber gemerkt, dass ich irgendwie wieder den Weg zurück und mit Menschen gerne Sachen erarbeiten und ihnen Musik vermitteln möchte. Und so bin ich dann eben auf die Idee gekommen: In der Musikhochschule in Detmold gibt es einen Masterstudiengang für Musikvermittlung und Konzertpädagogik – und dann habe ich das studiert und den Master gemacht.

Und wie sind Sie dann nach Essen gekommen?

Es kam in der Zeit dann gerade genau aus, dass hier in Essen eine Stelle als Theaterpädagoge am Aalto-Theater frei wurde – die Chance habe ich dann genutzt. Jetzt bin eben in einer Doppelfunktion als Sängerin und Theaterpädagogin hier im Haus tätig. Und das ist eigentlich das Tolle: Ich musste mich nicht entscheiden, ob ich lieber singe oder lieber Theaterpädagogin bin – ich darf jetzt beides machen.

Was sind denn so die Aufgaben eines Theaterpädagogen?

Oh (muss lachen), die sind wirklich sehr vielfältig. Man kann sie sich ein bisschen selber definieren. Die Grundaufgabe eines Theaterpädagogen ist natürlich die Kunstform, in unserem Fall der Oper, zu vermitteln – egal ob Kindern, Erwachsenen oder Jugendlichen. Einfach den Zugang zu vermitteln: Welche Geschichte erzählt die Oper, was hat der Komponist sich dabei gedacht, in welcher Zeit ist sie entstanden – all solche Dinge. Hier in unserer Abteilung machen wir das in der Form, dass wir sehr viele Konzerte anbieten für unterschiedliche Altersklassen. Das haben wir unterschiedlich gestaffelt: für 3-6-Jährige, für 6-10-Jährige und für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Auch für Erwachsene haben wir einige Angebote:  Da gibt es manchmal die Konzertform und manchmal mehr so eine Art Gesprächsrunde. Wir haben da verschiedene Formate.

Und was macht am meisten Spaß davon?

Das ist eine gute Frage…kann ich eigentlich gar nicht sagen. Mir macht alles Spaß, vor allem in dem Moment wo ich in einem Projekt drin stecke. Vorher denke ich oft: „Oh, noch die ganze Arbeit“, aber wenn ich es dann mache, ist es eigentlich immer super. Das hab ich nur ganz selten, dass mir da etwas nicht gefällt.

Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut, die von ihrer Kollegin Christina Clark und Ihnen verkörpert werden, sind am Aalto-Theater ja längst feste Größen. Wie kam die Idee zu diesen beiden Figuren zustande?

Vor bestimmt 10 Jahren haben Christina Clark und ich zwei Hexen erfunden: die Hexe Kleinlaut und ihre Freundin Crizzy. Das war für 3-6-Jährige, wobei wir kleine Opernformate gemacht haben. Dann haben wir festgestellt, dass das bei den Kindern super ankommt und gedacht: Ok, wir brauchen noch Figuren für die älteren Kinder. Da wollten wir nicht bei den Hexen bleiben, sondern haben uns entschieden, zwei neue Figuren zu entwickeln – und ich denke mal, die Rollen von Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut sind uns auch „auf den Leib geschnitten“. Fräulein Vorlaut ist so eine besserwisserische Lehrerin, die immer Vorträge hält, und Miss Betterknower ist so eine elegante englische „Schnepfe“, die meint, sie wüsste alles besser. Ihre Qualitäten liegen aber mehr so im Bereich Mode und Anekdoten, während Fräulein Vorlaut den wissenschaftlichen Aspekt in alle Sachen reinbringt. Mit den beiden haben wir sehr viele Konzerte für Grundschüler erfunden und haben dann von Erwachsenen die Anfrage bekommen, ob wir nicht mit diesen Figuren auch etwas für die ältere Zielgruppe machen können. So ist die Idee entstanden „It’s Teatime“ anzubieten – ein sehr gut angenommenes Format, mit dem wir Freitagsnachmittags vor Premieren in die neue Operninszenierung einführen.

Ist es schwierig zwischen den Erwachsenen und den Kindern zu trennen?

Ich finde, wenn man mit einem Kind in die Veranstaltung „It’s Teatime“ kommt, dann sind da einfach viele Witze, die für die Erwachsenen relevanter sind. Wenn wir sehen, dass auch viele Kinder unter den Besuchern sind, versuchen wir schon auch darauf einzugehen. Aber man muss schon sagen, dass der Inhalt der Oper oder das Leben des Komponisten nicht so Sachen sind, die so spannend sind für die Kleinen – es sei denn, man bereitet sie speziell für die Kinder und ihren Erfahrungsschatz auf, wie wir es eben in den Formaten für Ihre Altersklassen tun. Übrigens: Wir versuchen immer, unsere Kinderstücke so aufzubereiten, dass alle Spaß daran haben – Kinder, Eltern und natürlich auch wir selbst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das klappt ja auch sehr gut! 

Es macht auch immer sehr viel Spaß 🙂

Danke für das Interview – und grüßen Sie Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut!

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Miss Betterknower (Christina Clark) und Fräulein Vorlaut (Marie-Helen Joël)
 © Saad Hamza

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SERVICE:

Wer Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut live erleben möchte, findet ihre Auftrittstermine und Termine für weitere interessante Einführungsveranstaltungen und Führungen

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Autor
Johanna hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Theaterpädagogik absolviert und berichtet von ihren Erlebnissen am Aalto-Theater.